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Römische TempelanlageNur zwei Stufen bis zur Göttin Diana

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ist der Honerather Paul Greven im Garten seines Kunsthofs. (Foto: Röder)

Honerath – „Als Künstler überlegt man sich gerne etwas Fantastisches.“ Während Paul Greven das sagt, steht er in Arbeitsmontur in einer großen Grube in Honerath und bearbeitet den steinigen Grund mit einer Spitzhacke.

Anfang des Jahres hat er die bekannte Ausgrabungsstätte von Ephesus, eine der größten Städte des Römischen Reiches, besucht. Der 78-Jährige war begeistert von den Zeugnissen der Vergangenheit: „Die Römer waren doch auch bei uns in der Eifel.“ Und dann legte er los wie die Feuerwehr: „Da graben wir doch mal bei uns zu Hause. Es könnte doch gut sein, dass die Römer auch in Honerath was hinterlassen haben.“

Gesagt, getan. Allerdings ging Greven zunächst durchaus unrömisch an sein Ausgrabungsprojekt im Honerather Kunsthof heran: Er orderte einen Bagger und ließ ein fünfmal zehn Meter großes Loch von etwa 1,20 Meter Tiefe graben.

Das elfte Honerather Skulpturensymposium steht unter dem Titel „Die Römer in Honerath“.

Neben den ersten „Ausgrabungsarbeiten“ von Paul Greven werden die Arbeiten weiterer Künstler zu besichtigen sein: „Das römische Wegenetz“ von Gisela Krohn, „C.C.A.A. – Baumskulptur“ von Klaus Tenner, „Diana kommt ans Licht“ von Barbara Böhringer, „Das Dorf Honerath 2002 & 2013“ von Susanne Greven, „Die Teppiche der Römer“ von Elke Andersen, „Herbergen – Installationen“ von Günther J. Schaefer und die „Armbandsonnenuhr“ von Dirk Schmitt.

Der Kölner Künstler Martin Perscheid wird ein Aquädukt-Sichtungsgerät sowie zusammen mit Dirk Schmitt einen „Caesarinator“ präsentieren. Eine Fotoausstellung wird der Filmemacher Dietrich Schubert aus Kronenburg zeigen. Für Kinder bestücken Sieglinde und Peter Mülhens einen Sandkasten, in dem die Nachwuchsforscher auf die Suche nach „Fundstücken“ gehen können.

Programm im „Teatro Paolo“: Samstag, 28. September, 16 Uhr: „Wickididsz“ – Gewinner des NRW-Musikpreises. Sonntag, 29. September, 15.30 Uhr: Chor „Erste Kölner Schräglage“; 17 Uhr: „Zwerchfellas – a cappella“ und mehr. (kir)

Dass er keine Artefakte fand, kam für den Künstler weder überraschend noch hat es ihn entmutigt. Der Honerather hatte nämlich bereits Plan B im Kopf: „Wenn schon nichts da ist, dann baue ich etwas. Und zwar so, wie ich es mir als Künstler vorstelle und nicht so, wie es die Römer damals gemacht hätten.“

Eine römische Tempelanlage sollte Grevens Ausgrabungsstätte schon ans Tageslicht bringen. Stein für Stein hat er bereits die Mauern hochgezogen. „Die werde ich später noch künstlich altern lassen“, legt er großen Wert auf einen antiken Touch.

Für die Details hat er Fachbücher über römische Bauwerke gewälzt und sich im Römisch-Germanischen Museum in Köln umgesehen: „Zudem habe ich ja nicht nur Kunst, sondern auch Kunstgeschichte studiert. Dann kennt man sich mit antiker Architektur aus.“

Natürlich soll es in dem „römischen Tempel“ auch vermeintliche Überreste von Säulen und Bögen geben. In der Mitte des Baus will Greven in einer „Cella“, einem zentralen Innenraum, eine Statue der Göttin Diana platzieren.

„Zwei schwarze Stufen führen zu ihr hinauf“, so sein Plan: „Durch die Tür schreitend betreten die Besucher ein Bodenmosaik. Gegenüber der Tür wird sich die Plastik erheben – die Göttin der Jagd mit Pfeil und Bogen, die fast vollständig erhalten im Erdreich auftaucht.“ Einmal auf Touren gekommen, muss Greven selbst herzhaft über seine Fantasie lachen.

Der Mythologie nach wurde die Göttin Diana meist mit einem Hirsch gezeigt. Aber es wäre nicht Greven, wenn er das Bild einfach so nachbaut: „Ich stelle mir die Göttin Diana mit einer Ziege vor“, sagt der als Ziegenliebhaber bekannte Künstler, der die Tiere bereits reihenweise aus Pappmaschee fertigte.

Neben der auf „antik“ getrimmten römischen Tempelanlage sollen einige „Fundstücke“ in Vitrinen auf dem Gelände ausgestellt werden, die Greven tatsächlich bei anderen Erdarbeiten auf dem Kunsthof entdeckt hat: etwa alte Werkzeuge, einige Tonscherben, Schmuckstücke und jede Menge Steine.

„Es ist ein großes Projekt, das Zeit braucht“, weiß Greven: „Die Statue der Göttin und die Säulen werden erst 2014 fertig sein.“ Dankbar ist er für die große Unterstützung aus der Region: Berge von Grauwacke wurden von Natursteine Kaspers aus Schuld und von der Firma Brück in Eicherscheid zur Verfügung gestellt. Das Holz für die Tribüne und die Abdeckungskonstruktion stiftet die Stadt Bad Münstereifel aus den eigenen Wäldern dem Künstler.

Die bisherigen Ausgrabungen Grevens können beim 11. Honerather Skulpturen-Symposium am 28. und 29. September (siehe Kasten) jeweils ab 14 Uhr besichtigt werden. Auf die Besucher wartet ein buntes Rahmenprogramm sowie eine Ausstellung mit Werken weiterer bekannter Künstler.