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Schönauer Verein „Haus Sonne“22 Einzelzimmer für psychisch Kranke

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Der notarielle Vertrag ist unterschrieben, bald werden die ersten psychisch Kranken ins Bad Münstereifeler „Haus Maria Königin“ einziehen.

Bad Münstereifel – Seinen Plan, den Bevölkerungsrückgang in Bad Münstereifel mit „Wohnraum für Betuchte“ zu stoppen, muss Bürgermeister Alexander Büttner wohl zunächst einmal zu den Akten legen. Denn jetzt steht fest, dass der Schönauer Verein „Haus Sonne“ das „Haus Maria Königin“ erwirbt. Dieses Domizil der „Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern nach der Regel des heiligen Augustinus“ an der Willy-Brandt-Straße sowie die Kurt-Schumacher-Akademie hatten in den Plänen der Stadt, Neubürger in Bad Münstereifel anzusiedeln, eine zentrale Rolle gespielt.

Doch nach jetzigem Stand dürfte in der Akademie wohl eher eine Privatklinik für Suchtkranke angesiedelt werden statt reiche Neubürger. Ins benachbarte „Haus Maria Königin“ ziehen bald Bewohner des Sozialtherapeutischen Heims für Menschen mit psychischer Behinderung. Sie werden laut Hardy Kremer, Geschäftsführer von „Haus Sonne“, in 22 Einzelzimmern leben und dort auch therapeutisch betreut. Ein notarieller Vertrag sei am Samstag von Vertretern der Neusser Augustinerinnen und dem „Haus Sonne“ unterzeichnet worden. Das Durchschnittsalter der Betreuten betrage zurzeit 45 Jahre, so Kremer: „Doch die Bewohner, die in unseren Einrichtungen behandelt werden, werden immer jünger.“ Daher sei es das Ziel, gerade die jungen Leute innerhalb von zwei, drei Jahren so zu stabilisieren, dass sie ins betreute Wohnen entlassen werden könnten. Ausschlaggebend für den Verkauf der Immobilie sei für die Neusser Augustinerinnen gewesen, dass sich die 45 Mitarbeiter des Vereins „Haus Sonne“ den Aufgaben der christlichen Nächstenliebe und des sozialen Engagements widmeten, so Kremer. Über die Höhe des Kaufpreises machten die Beteiligten keine Angaben.

Der diplomierte Sozialpädagoge hat festgestellt, dass die permanente Überforderung in der Hochleistungsgesellschaft immer mehr Menschen psychisch krank werden lasse. Daher steige auch der Bedarf an Therapieplätzen. An den bisherigen Standorten in Schönau sowie in den Wohngemeinschaften in Bad Münstereifel und Nöthen setzt der Träger nach eigenen Angaben auf dezentrale Einrichtungen mit familienähnlichen Strukturen. Das komme auch den Bewohnern zugute. So seien die in Schönau inzwischen gut ins Dorfleben integriert. Der Verein „Haus Sonne“ ist breit aufgestellt. Neben der Therapie von psychisch Kranken hat er 25 Seniorenwohnungen sowie ein Betreuungsbüro mit 150 gesetzlich Betreuten in der Kurstadt. (pp)