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Singer-Songwriter-AbendMusik bis tief in die Nacht

4 min

Martin Bollig begeisterte das Publikum mit seinem fröhlich-lockeren Auftritt im Musikcafé Schmidtheim.

Eifelland – „Ich hätte das jetzt nicht gedacht“- der 18-jährige Martin Bollig war sichtlich von seinem Sieg überrascht. Beim Singer/Songwriter-Abend am Samstagabend im Musikcafé in Schmidtheim setzte er sich beim Publikum und der Jury mit seinen beiden selbst geschriebenen Songs „Der Moment“ und „Bis zum Mond“ gegen die Konkurrenz durch. Insgesamt traten fünf Künstler aus Eifel und Umgebung bei dem musikalischen Wettbewerb an. Jeder von ihnen sang zunächst einen Cover-Song und dann zwei selbst geschriebene Stücke.

Den Anfang machte die 17-jährige Jacqueline Stegmüller. Sie coverte „Back to December“ von Taylor Swift. Ihre selbst geschriebenen Stücke „Anymore“ und „You’re beautiful“ handelten natürlich von der Liebe.

Als zweiter Künstler trat Bollig auf, der zunächst „Eisberg“ von Andreas Bourani coverte. Mit seinem fröhlich-lockeren Auftreten brachte er das Publikum das ein oder andere Mal zum Lachen. So erzählte er, dass er sein zweites Stück erst kurz vor dem Wettbewerb im Auto geschrieben habe und es dementsprechend noch nicht ganz fertig sei. „Wenn ich mitten im Lied aufhöre zu singen, dann ist das Lied zu Ende“, erklärte er dem lachenden Publikum. „Bis zum Mond“ handelte von dem Morgen nach einer durchzechten Nacht. Sein humoristisches Auftreten bescherte ihm kräftigen Beifall.

Nummer drei beim Wettbewerb war Christopher Krahlisch. Er sang zuerst einen Song von Milow. Seine eigenen Stücke sind wie die von Bollig in Deutsch geschrieben. Allerdings sind sie um einiges ernster. „Zeitlos“ handelt von dem Nachdenken über den Tod, während „Nonverbal“ ein Liebeslied über seine Beziehung zu seiner Freundin ist.

Auf ihn folgte Lizusha alias Elizaveta Kostyuk. Lizusha ist lediglich der Künstlername der Aachenerin und heißt übersetzt: „Die Russin“. Tatsächlich ist Lizusha in Moskau geboren, lebt aber seit sechzehn Jahren schon in Deutschland. Ihr satirischer Auftritt kam sehr gut beim Publikum an. Denn Lizusha tat zunächst so, als könne sie Deutsch nur mit russischem Akzent sprechen. Ihr erstes Lied war ein russisches Volkslied, darauf folgte der „Integrationsreggae“, in dem sie humorvoll über ihre ersten Eindrücke von Deutschland nach ihrer Einwanderung sang. Sie begann das Lied auf Russisch, wechselte dann zu einem gebrochenen und schließlich zu einem fließenden Deutsch. „Das ist Teil meiner Show“, erklärte sie nach diesem Lied in akzentfreiem Deutsch. Mit ihrem lustigen Auftritt und Liedzeilen wie „Frauen tragen keine weißen Stiefelchen oder Minirock, für meinen Bruder und mein Vater war das der Kulturschock“ brachte sie das Publikum mehrmals zum Lachen.

Zuletzt folgte Mara Hochgürtel, die zunächst verkündete, sie habe ein schlechtes Gewissen, nach so einer tollen Darbietung selbst aufzutreten. Ihr Auftritt geriet sehr viel ernster als der vorherige, was sie auch erklären konnte: „Ich glaube man kann Musik nur verstehen, wenn man schon einmal Schmerz gefühlt hat.“ So handelte ihr erster eigener Song „Misery“ von einem Vater, der, wie sie sagte, nicht der beste gewesen sei. Es folgte ihr zweiter etwas rockiger Song „Healing“.

Nachdem alle fünf Künstler aufgetreten waren, verkündete Peter Struben, der Inhaber des Cafés und Mitglied der Jury, dass nun jeder noch einmal einen neuen Song präsentieren dürfe, damit Publikum und Jury noch einmal jede Stimme hören könne. Danach zog sich die Jury, welche aus dem Betreiber des Cafés Struben, dem Inhaber des Tonstudios „Soundeluxe“ in Schmidtheim, Marcel Schreiber, sowie Bianca Mey und Reinhard Neumann von der Band „Forever Green“ bestand, zur Beratung zurück. Auch das Publikum musste nun entscheiden, wer denn am besten gewesen war.

Zu Beginn der Veranstaltung waren kleine Zettel verteilt worden, auf denen man den Künstler und eins seiner Lieder ankreuzen konnte, je nachdem, was am besten gefallen hatte. Am Ende wurden die Punkte der einzelnen Juroren addiert. Die Publikumsstimmen wurden zu den Jurypunkten addiert. Während der schwierigen Entscheidungsfindung sorgten anwesende Musiker für Stimmung im Musikcafé.

Zwanzig Minuten nach Mitternacht stand das Ergebnis fest. Den fünften Platz belegte Mara Hochgürtel, Jacqueline Stegmüller erreichte Platz vier, und Christopher Krahlisch sang sich auf Platz drei. Nachdem klar war, dass Lizusha zweite und Bollig erster geworden war, sah man letzterem die Überraschung und Freude deutlich an, hatte er doch soeben eine Musikvideoaufnahme im Tonstudio Soundeluxe gewonnen.

Seit zwei Jahren tritt der glückliche Gewinner als „Bolle unplugged“ bei Hochzeiten, Taufen und anderen Gelegenheiten auf. Bollig geht noch zur Schule und macht im nächsten Jahr sein Abitur, trotzdem bleibe ihm immer Zeit für die Musik, erklärte er. Mindestens zwei Stunden probe er pro Tag. Am liebsten, so erzählte er, singe er auf Deutsch. Er selbst war von dem Abend im Musikcafé begeistert: „Ich fand es rattenscharf heute Abend“.

Über mangelndes Publikum konnten sich die Künstler zu mindestens an diesem Abend nicht beklagen, denn das Café war gut gefüllt. Struben sprach allen Musikern seinen Respekt aus: „Junge Leute haben den Mut, über ihre Erfahrungen und Gefühle nicht nur zu sprechen, sondern auch zu singen“. Bis tief in die Nacht wurde weiter gefeiert, gelacht und natürlich Musik gemacht.