Mechernich – Und plötzlich ging nichts mehr. Große Teile Mechernichs und einige umliegende Orte waren gestern „stromlos“. Auch das Kreiskrankenhaus Mechernich war betroffen (siehe Kasten). Der Grund dafür war ein Kurzschluss in einer Trafostation, der auch einen Feuerwehreinsatz auslöste.
Für KEV-Geschäftsführer Helmut Klaßen und seinen Kollegen Rainer Karls hatte der gestrige Arbeitstag im wahrsten Sinne mit viel Spannung begonnen, als das Überwachungssystem des Energieversorgers Alarm schlug und einen Kurzschluss im Bereich Mechernich anzeigte.
Ein Monteur machte sich auf dem Weg, der Defekt wurde währenddessen in der Trafostation in der Straße „Rosengraben“, die etwa so groß ist wie ein Geländewagen, lokalisiert. An einem ankommenden Erdkabel kam es kurz vor Eintreffen des KEV-Mitarbeiters zu einem Lichtbogen. „Es folgte eine Verpuffung. Die Station qualmte“, schilderte KEV-Chef Klaßen weiter. Sicherheitshalber wurde die Mechernicher Feuerwehr alarmiert. Löschen musste sie zwar laut Klaßen nicht, aber: „Kleine Ursache, große Auswirkung.“ Denn: Ab 8.07 Uhr waren durch eine automatische Schutzabschaltung Strempt, Roggendorf, Denrath und Teile von Mechernich von der Störung in der Trafostation betroffen. Laut KEV hatten rund 1600 Haushalten keinen „Saft“ mehr auf den Leitungen.
Gut eine halbe Stunde später konnten aber, so Klaßen, fast alle Haushalte nach der Fehlerbehebung wieder an das Netz angeschlossen werden. Nur die 90 Kunden, die aus der Station „Rosengarten“ versorgt werden, mussten noch knapp eineinhalb Stunden auf Strom warten. Die KEV schickte ein Notfallteam nach Mechernich, das ein dieselbetriebenes Aggregat mitbrachte. „Die Kunden waren von 9.30 Uhr an, bis zum Ende der Reparaturarbeiten am Nachmittag über ein Notstromaggregat mit elektrischer Energie versorgt“, so Klaßen weiter. Die kaputte Station hatte zur Folge, dass ein weiteres Trafo-Häuschen im Bereich „Auf der Kier/Veybachtal“ kaputtging. Ein zweiter Reparatur-Trupp kümmerte sich darum.
Laut Klaßen könne man derartige Störungen nicht ausschließen. „Mal hat man ein ganzes Jahr oder länger Ruhe, mal sind es mehrere Störungen pro Jahr.“ Der genaue Grund für den Defekt ließe sich nur schwer nachvollziehen. Überspannungen durch Blitzeinschläge könnten laut Klaßen zum Beispiel an bestimmten Bauteilen Defekte auslösen, die sich – wie schleichender Rost – irgendwann bemerkbar machen würden.
Klaßen bezifferten den entstandenen Schaden auf rund 7000 Euro.
