Kreis Euskirchen – „Das sagen wir aber nicht den Investoren“, scherzte Architekt Heinz Zanger. Gerade hatte Almut Kossmann von Belegen dafür berichtet, dass 1913 für den Steinfelder Hof in Bad Münstereifel die Genehmigung zum Anbau eines Geschäfts erteilt worden ist.
Gebaut wurde er jedoch nie. Heute würden die Investoren des City-Outlets wohl massive Probleme mit dem Denkmalschutz bekommen, kämen sie auf solch eine Idee.
Dass Bauten, die unter Denkmalschutz stehen, im Laufe der Zeit immer wieder verändert wurden, konnten die Besucher des „Tags des offenen Denkmals“ vielerorts feststellen. Am Steinfelder Hof, dessen Giebelwappen mit der Jahreszahl 1513 versehen ist, wurde etwa die Haustür mehrfach versetzt. Auch die Kreuzstockfenster sind laut Zanger schon einmal erneuert worden. „Bemerkenswert ist die Größe der Hofanlage“, erklärt er. Heute ist der ehemalige Hof, der sich entlang der Alten Gasse erstreckte, in mehrere Grundstücke unterteilt. Ungewöhnlich sei, dass das Hoftor vermutlich nicht direkt mit dem Haupthaus verbunden war.
Der Heimatforscher Karl Hürten vermutet als Grund, dass das Haupthaus von Steuern befreit war, die Hofanlage jedoch nicht. Das Hoftor stehe heute nicht mehr am ursprünglichen Platz, es sei 1879 an den Beginn des Burgaufgangs, der erst im gleichen Jahr errichtet wurde, versetzt worden.
Die Schwertungen sind etwas besonderes
Wie ein denkmalgeschütztes Gebäude ganz aktuell restauriert wird, konnten die Besucher unter anderem in Kirchheim sehen. Dort bringen Käthe und Johannes Rumphorst aus Kuchenheim gerade das Wohnhaus eines kleinen Hofes auf Vordermann. „Als wir das Haus gekauft haben, wusste ich nicht, dass es etwas besonderes ist. Seitdem ich das weiß, gefällt es mir noch besser“, sagt Käthe Rumphorst. Eine Besonderheit ist vor allem die sogenannte Ausschwertung, wie Architekt Christoph Commes sagte. Er und seine Firma haben sich um die Ausbesserung des Holzskeletts gekümmert. Die Lehmarbeiten führt Johannes Rumphorst selbst durch.
„Das Holzskelett erhält diagonale Streben. Da die optisch besonders ins Auge fallen, versuchte man oft, sie hervorzuheben, etwa durch Symmetrie“, sagte Commes. Das Besondere an den Schwertungen ist, dass diese Querstreben, die der Aussteifung, also der Stabilität des Hauses dienen, gebogen sind. „Man weiß, dass diese Aussteifungstechnik zu Beginn des 16. Jahrhunderts aufgegeben wurde. Deshalb wissen wir, dass das Haus über 400 Jahre alt ist“, erklärt er.
In Weidesheim steht Susanne Billmann-Laux und Stephan die Restaurierung des Kreitzhofs noch bevor. Seit rund drei Jahren steht das Gehöft leer. Vor rund fünf Monaten hat die Kölner Familie das Bauwerk gekauft.
Auch die Pferde und Hühner werden mit umziehen. „Erst haben wir gedacht, der Hof ist zu weit draußen und etwas zu groß. Aber man verliebt sich dann doch ein bisschen“, erzählt Stephan Billmann-Laux. „Wir wollen das Ursprüngliche und das Fachwerk wieder hervorholen“, berichtet er. Dabei setzt die Familie auf den Baustoff Lehm, der das Haus prägt. Für die Besucher beim „Tag des offenen Denkmals“ lohnte der Besuch des Hofs, denn das völlig entkernte Wohnhaus eröffnete einen interessanten Blick in Bauweise und Substanz des Gehöfts.
Für die Umbaupläne zeichnet der Kölner Architekt Stephan Otto verantwortlich. Er erklärt: „Das gesamte Fachwerk mit dem Lehmputz ist super erhalten. Gott sei Dank ist nicht viel kaputt.“
Die Zülpicher Römerthermen freuten sich am „Tag des offenen Denkmals“ über mehr Besucher als erwartet. Es wurde auch viel geboten, feierte das Museum doch den fünften Jahrestag der Eröffnung. Eine Kostümführung, eine spezielle Führung für Kinder sowie offene Workshops zu Kosmetik, Seife und römischen Spielen sorgten neben kleinen Überraschungen für ein lehrreiches Programm.
Seit der Eröffnung haben fast 1000 Gruppen das Museum besucht, das zudem etwa 400 Veranstaltungen durchgeführt hat. Im August wurde die 14. Sonderausstellung eröffnet.
