Eifelland – Ein jähes Ende nahm am vergangenen Wochenende das sommerliche Hoch. Am Samstagabend donnerte, blitzte und regnete es vor allem im Südkreis heftig ab 18 Uhr. Die Folge waren mehrere Einsätze der Feuerwehren aufgrund des Starkregens.
Andreas Müller aus Udenbreth ist Löschgruppenführer der ortsansässigen Feuerwehr. Damit zählt er eigentlich zu den Rettern. Doch am Samstagabend mussten seine Kameraden dem „Chef“ selbst aus einer brenzligen Lage helfen.
Kniehoch stand das Wasser
Zwischen Udenbreth und Kamberg wohnt Andreas Müller mit seiner Ehefrau in einer alten Mühle. „Ich hatte gerade noch die Urlaubskoffer aus dem Auto ins Haus gebracht“, sagte er. „Plötzlich stand das Wasser schon im Keller.“ Innerhalb weniger Minuten war der ansonsten still plätschernde Bach zu einem reißenden Strom geworden und lief über. „Das Wasser stand kniehoch im Keller“, schilderte Müller weiter.
Die Udenbrether Löschgruppe pumpte das ungewollte Nass ab. Löschgruppenführer Müller war die ganze Angelegenheit zunächst etwas peinlich. „Das ist ja fast so, als ob das eigene Feuerwehrgerätehaus brennt.“ Doch vor Notlagen sind eben auch Feuerwehrleute nicht gefeit. Die Udenbrether Feuerwehr hatte die Lage jedenfalls schnell unter Kontrolle – auch dank ihres „Chefs“ Müller, der sie in vielen Übungsstunden auf solche Einsätze vorbereitet.
Für gleich mehrere Keller im Hellenthaler Gemeindegebiet löste die Rettungsleitstelle in Euskirchen Alarm aus. Auch in Bungenberg, zwischen Manscheid und Winten, rückten Feuerwehrleute aus, um Wasser aus einem Keller zu pumpen.
Durch den vielen Regen waren die Straßengräben irgendwann überlastet und es kam zu weiteren Überschwemmungen. So auch auf der K 62 zwischen Benenberg und Hecken. Dort liefen Angelweiher über, die Wasserrohre in den Ablaufgräben waren verstopft. Das Wasser überschwemmte die Straße. „Der viele Regen schwemmt Gras und Äste an. Die verstopfen die Rohre“, erklärte ein Feuerwehrmann. Die Löschgruppe aus Sistig rückte an, um die verstopften Abwasserkanäle frei zu bekommen, damit das Wasser wieder ablaufen konnte. Dafür zogen sich die Wehrmänner Regenbekleidung an. Ein Feuerwehrmann stand bei den Arbeiten bis zur Hüfte im Wasser.
Wieder einmal ein Opfer des Starkregens war die Kaller Bahnunterführung. Dort hatte sich Regenwasser kniehoch gesammelt. Die Kaller Feuerwehr musste die Durchfahrt sperren und warten, bis das Wasser ablief. Die Problematik ist in Kall jedoch seit langem bekannt. Aus diesem Grund werden derzeit Regenrückhaltebecken und Rohre aufwendig erweitert.
