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Hoher AndrangNächster Jahrgang der Gesamtschule Weilerswist wird sechszügig

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Die Aufnahme zeigt Container neben denen ein Kranwagen steht.

Der höhere Raumbedarf könnte neben dem Neubau durch Container aufgefangen werden.

Der Gemeinderat hat beschlossen, testweise eine Mehrklasse zu bilden. Künftig könnte die Gesamtschule dauerhaft mehr Kinder aufnehmen.

Die Zahl der Plätze an der Weilerswister Gesamtschule ist für das Schuljahr 2026/27 erhöht worden. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen. Über die Bildung sogenannter Mehrklassen können 162 Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. 18 Inklusionsplätze sind für Kinder mit besonderem Förderbedarf vorgesehen. Vor dem Beschluss, den neuen Jahrgang sechs- statt fünfzügig zu machen, hatte die Schule insgesamt 135 Plätze zur Verfügung (120 Schulplätze, 15 Inklusionsplätze).

Der Schulleiter der Gesamtschule, Stephan Steinhoff, berichtete im Gemeinderat, dass er mit knapp 190 Beratungsgesprächen plane. Nach Angaben der Verwaltung wird die erhöhte Schulplatz-Nachfrage auch durch den Schulentwicklungsplan vom März 2025 bestätigt. Steinhoff sprach in der Ratssitzung von einer „demografischen Delle“, aus der ein „Peak“ an Anfragen entstanden sei. Damit habe er zwar gerechnet, das Ausmaß sei für ihn dennoch überraschend.

Er argumentierte, dass dies für die Qualität der Schule spreche. Weiter sagte er, dass die Kölner Bezirksregierung die Ausstattung der Schule gelobt habe. Dies werfe ein positives Licht auf den Schulträger, also die Gemeinde Weilerswist. Der Träger hatte etwa in die Ausstattung mit Tablets investiert, um die Digitalisierung an der Gesamtschule voranzubringen.

Priorisierung, Raumsituation und Personalauslastung

Myriam Kemp (Bündnis 90/Die Grünen) fragte, ob Kinder aus Weilerswist bei der Vergabe der Plätze an der Gesamtschule bevorzugt würden. Ansonsten könne die Mehrklasse die Gesamtschule auch für andere Kommunen attraktiver machen, etwa für die Nachbarn aus Erftstadt. Eine derartige Priorisierung wurde von Bürgermeister Dino Steuer und Schulleiter Stephan Steinhoff verneint. Steuer äußerte rechtliche Bedenken. Steinhoff sagte: „Mit der Mehrklasse können mehr Kinder aus Weilerswist an die Schule gehen.“

Hartmut Schielke (SPD) begrüßte die Stärkung des Standorts durch einen sechszügigen Jahrgang. Der Sozialdemokrat hinterfragte aber den höheren räumlichen Bedarf aufgrund der vergrößerten Schülerschaft – gerade während des derzeitigen Ausbaus der Schule. Steinhoff entgegnete, dass die Schule mittels umgewidmeten Räumen und Containern übergangsweise auf den gestiegenen Bedarf reagieren könne. Anschließend biete der Neubau zusätzliche Räume.

Weilerswist will Erfahrungen für permanente Sechszügigkeit sammeln

Uwe Wegner (UWV) erkundigte sich nach der personellen Situation. Er wolle sichergehen, dass nicht mehr Unterrichtsausfälle zu befürchten seien. Als Antwort hatte der Schulleiter drei Zahlen parat: Die derzeitige Personalauslastung von 98 Prozent könne perspektivisch auf 104 Prozent erhöht werden. Zum Vergleich: „In NRW gibt es Schulen mit einer Personalauslastung von 65 Prozent“, so Steinhoff. Aktuell käme es zwar zu Unterrichtsausfällen, diese seien aber auf die Grippe zurückzuführen.

Vorerst gilt die Sechszügigkeit der Weilerswister Gesamtschule nur für den kommenden Jahrgang. Der verabschiedete Beschluss enthält aber die Option, den Jahrgang 2027/28 ebenfalls sechszügig aufzustellen. „Das ist keine Dauerlösung“, sagte Bürgermeister Dino Steuer: „Diese Erweiterung darf maximal zweimal genutzt werden.“ Mit der vorläufigen Erweiterung soll der aktuell erhöhte Andrang aufgefangen werden. Man wolle auch Erfahrungen für eine mögliche permanente Sechszügigkeit der Schule sammeln.

Die vorgezogenen Anmeldeverfahren an den Gesamtschulen haben gestern begonnen und laufen bis zum 11. Februar.