Der Seepark Zülpich blickt bislang auf eine sehr gute Saison. Eine neue Notrufsäule soll helfen, wenn kein Handy in der Nähe ist.
Hitze bringt BesucherrekordTausende Badegäste im Juli am Zülpicher See

Der aktuelle Sommer macht bei der Seepark Zülpich gGmbH richtig Laune.
Copyright: Julia Reuß
Während der heiße und trockene Sommer Natur und Mensch in weiten Teilen zu schaffen macht, freut man sich im Seepark Zülpich. Zwar sind auch hier die Wiesen schon lange zu einem gelben trockenen Rest verkommen, doch an anderer Stelle gibts dafür umso mehr Grund zur Freude. 17.000 Gäste zählte der Seepark laut Sprecher Jan Blatzheim im Juli dieses Jahres. Das seien 40 Prozent mehr als im Juli 2025.
Das bedeute aber noch nicht, dass die gesamte Saison so verlaufe, betont Blatzheim. Doch zur Halbzeit der Sommerferien zeigt er sich verhalten optimistisch, dass die Besucherzahlen für die gesamte Saison positiv ausfallen werden.
Neuer Aqua-Rutschen-Park im Seepark Zülpich in Betrieb
Seit Beginn der Ferien sei zudem auch die Basis von surft.beach im Seepark wieder in Betrieb. Das Gelände dieses Bereichs werde gerade umgebaut, so Blatzheim weiter. Doch im Seepark ist surft.beach mit eingeschränktem Angebot wieder am Start: Es können Boards für Stand-up-Paddling (SUP) ausgeliehen und der Aqua-Rutschen-Park genutzt werden. Beides kostet eine Gebühr, auch dann wenn man mit eigenem SUP ins Wasser möchte.
Das liege daran, das surft.beach auch die Aufsicht über diesen Teil des Sees übernehme, so Blatzheim. Beim Aqua-Park sei es außerdem wichtig, dass nicht zu viele Menschen gleichzeitig dort unterwegs seien, sonst könne man leicht den Überblick verlieren, was die Sicherheit aller einschränke.
Badestelle im Seepark bleibt ein Naturgewässer und ist kein Freibad
An der Badestelle des Seeparks sorgt in diesem Jahr wieder der Arbeiter-Samariter-Bund für Sicherheit. Trotz der vielen Gäste komme es allerdings kaum zu brenzligen Situationen im Wasser, betont Blatzheim. Mit bisher einer Ausnahme: Im Juni ertrank ein 85-Jähriger, nachdem er zum Schwimmen in den See gegangen war. Seepark Geschäftsführer Christoph Hartmann betonte damals, dass das Strandbad am Zülpicher See eine Badestelle sei und keineswegs ein Freibad. An der Badestelle schwimme man auf eigene Gefahr. Nicht immer sei, anders als in Freibädern, eine Badeaufsicht vor Ort.

Zahlreiche Badegäste hat es in diesem Sommer schon an die Zülpicher „Riviera“ verschlagen.
Copyright: Julia Reuß
Nun hat die Stadt Zülpich jüngst in Sachen Sicherheit am See aufgerüstet. Mit der Björn-Steiger-Stiftung hat sie eine Notrufsäule installiert, nach Angaben der Stadt erst die zweite ihrer Art im Kreis Euskirchen. Das habe allerdings nichts mit der Zahl der Notfälle am Wassersportsee zu tun, sagt Torsten Beulen, Sprecher der Stadt Zülpich, auf Nachfrage. „Die Notrufsäule dient der Optimierung und Zertifizierung des Wassersportsees im Hinblick auf die allgemeine Sicherheit am und im Badegewässer“, so Beulen weiter.
Notrufsäule am östlichen Ufer des Wassersportsees aufgestellt
Die Björn-Steiger-Stiftung engagiert sich in Deutschland nach eigenen Angaben für bessere Notfallhilfe und ein modernes Rettungswesen. Dazu gehören auch die Notrufsäulen. Diese seien speziell für Orte entwickelt worden, an denen schnelle Hilfe besonders wichtig ist, heißt es auf der Webseite der Stiftung. Deshalb sollen sie vor allem an kritischen Standorten wie Gewässern aufgestellt werden. Gerade beim Baden ließen viele Menschen ihr Handy im Auto oder zu Hause, um es vor Diebstahl zu schützen.
Am Zülpicher Wassersportsee wurde die Notrufsäule am östlichen Ufer nahe der B56 und des Abzweigs der Straße Am Wehr Richtung Lövenich aufgestellt. Das ist ungefähr gegenüber vom Seepark. Den Standort habe man gemeinsam ausgewählt, heißt es von der Stadtverwaltung. Seepark-Sprecher Jan Blatzheim bestätig das.
Stadt Zülpich investiert knapp 8000 Euro für Notrufsäule
Durch die Badeaufsicht im Seepark und den dort vorhandenen öffentlichen Defibrillator könne auf dieser Seite des Sees in der Regel bereits schnell Hilfe organisiert werden. Die Säule soll nun Abhilfe schaffen, wo es weit und breit keine Aufsicht gibt. „Damit haben wir in diesem Bereich ein Plus an Sicherheit geschaffen“, wird Bürgermeister Ulf Hürtgen in einer Mitteilung zitiert.
Denn an das Badeverbot außerhalb des Seepark-Strandes hält sich längst nicht jeder. Zudem kann es auch zu Badeunfällen bei den zahlreichen Wassersportlern kommen, die oft auf dem See unterwegs sind. Und darüber hinaus bringe die Notrufsäule auch Sicherheit für Spaziergänger und Radfahrer, die eine Runde um den See drehten, betont Blatzheim.
Laut Stadt ist die Bedienung der Säule selbsterklärend. Auf Knopfdruck wird ein direkter Kontakt zur Rettungsleitstelle in Euskirchen hergestellt, die sofort den Standort der Säule registrieren kann. Diese ist solarbetrieben und nach Angaben der Verwaltung technisch so ausgestattet, dass die Netzverbindung zuverlässig gewährleistet ist.
Knapp 8000 Euro habe die Säule die Stadt gekostet, berichtet Sprecher Torsten Beulen auf Nachfrage. Sie wird voraussichtlich die einzige in Zülpich bleiben. Da die Notrufsäulen in der Regel nur an Badegewässern aufgestellt werden, sollte mit dieser Anschaffung der Bedarf im Stadtgebiet gedeckt sein, teilt Beulen weiter mit.
