Heimbach-Mariawald – Zum Treffpunkt von Büchernarren hat sich der Mariawalder Büchertisch im Laufe der Jahre entwickelt. Zum neunten Mal fand die Veranstaltung nun statt. Einmal im Jahr bietet der Verein der Freunde und Förderer der Abtei Mariawald die Gelegenheit, alte Bücher der verschiedensten Richtungen und Veröffentlichungsjahre gegen eine Spende zum Erhalt der Abtei zu erwerben.
Dabei klingt in der Bezeichnung Büchertisch, die anfangs noch ihre Berechtigung hatte, mittlerweile eine fast schon britisch anmutende vornehme Zurückhaltung an.
In vier Räumen hatten die Helfer mit ihrem unermüdlichen Initiator Norbert Stoffers die Bücher aufgebaut und sortiert, die sie aus Schenkungen und Nachlässen erhalten haben. „Bücher aus der wertvollen Klosterbibliothek sind allerdings nicht dabei“, so Stoffers. Das Tafelsilber der Abtei soll nicht verscherbelt werden. Die Menschen, die hierher kommen, treibt nicht nur ein fachliches Interesse an, sondern auch die Verbundenheit mit der Abtei.
Stammgäste seit Jahren
„Ich komme seit 40 Jahren hierher“, sagte Martin Ludwigs, der mit einem gut gefüllten Karton voller Bücher in Richtung Parkplatz strebte. Theologie, Philosophie und Geschichte seien seine Interessensgebiete. „Ich habe hier einiges aus dem Grenzbereich von Philosophie und Literatur“, zeigte er auf den Inhalt des Kartons.
„Ich bin Mitglied im Förderverein“, berichtete Johannes Engels, der aus dem Dürener Raum als treuer Gast des Büchertisches gekommen war. Vor allem Bücher über historische Themen interessieren ihn: „Ich habe hier ein Buch über Bernhard von Clairvaux.“ Während er seine Beute in einer Hand mit nach Hause nehmen konnte, waren bei Sabine und Ernst Ludwig Glock aus Oedekoven gleich mehrere Pappkartons zum Abtransport notwendig. Dabei hatten sie zunächst nur einen entspannten Ausflug in die Eifel machen wollen. Mariawald habe er von der Landkarte gekannt, doch heute sei er zum ersten Mal hier, so Ernst Ludwig.
Gesamte Bücherwelt
„Bücher sind, was bleibt, alles andere zerbröselt. Das ist ein Zitat von mir“, beschrieb er sein Verhältnis zum gedruckten Wort. Wer Fantasie habe, dem stehe die gesamte Bücherwelt offen, schmunzelte er, nach dem Hauptthema seiner Leseleidenschaft gefragt. „Ein Leben ohne Bücher ist für uns nicht vorstellbar“, sagte seine Frau. Ein Zimmer ohne Bücher sei für sie leer, denn die könnten sie in andere Welten entführen: „Im Internet kann man nicht stöbern.“
