- Unter dem Motto „Fair statt mehr“ findet die Aktionswoche zum dritten Mal statt.
- Was ist geplant?
Leverkusen – In deutschen Schubladen liegen fast 200 Millionen ungenutzte, alte Handys herum. Dabei könnte man die Metalle daraus gewinnen und für die Herstellung wiederverwenden. Das wäre zumindest ein kleiner Schritt entgegen der Strömung unserer Wegwerfgesellschaft.
Von Freitag, 11., bis Freitag, 25. September findet bundesweit die Fair-Trade-Woche statt, zum dritten Mal macht auch Leverkusen mit. Das Motto in diesem Jahr heißt „Fair statt mehr“ – inhaltlich geht es um fairen Handel und das „gute Leben“ weltweit. Eine der Aktionen, die stadtweit durchgeführt werden, ist die Sammlung ebensolcher eingemotteter Schrotthandys. In der Marienschule Opladen steht bereits eine Box, darin liegen Klappgeräte und Nokia-Ziegelsteine. Finden die Aufsteller der Sammelstation ein noch funktionstüchtiges Handy, wird dieses natürlich auch weiterverwendet. Die Erlöse gehen an Hilfsorganisationen.
Verzicht auf Plastikbesteck
An dem Opladener Gymnasium setzen sich Schüler und Schülerinnen der Fair -Trade-AG für nachhaltigen Konsum, Recycling und „Low/ Zero Waste“ ein. Ihre Gruppe bekommt regelmäßigen Zuwachs. An der Schule gibt es kein Plastikbesteck mehr, bald soll ein Wasserspender gebaut werden, um den Kauf von Plastikflaschen zu vermindern.
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Das passe gut ins Konzept der Schule, sagt Schulleiter Dieter Miedza. Seit Jahren schon sei man Partnerschule der Hilfsorganisation Misereor, dazu eng verbunden mit einer Partnerschule in Indien, einem der Hauptproduktionsländer unserer Konsumwaren. „Im Lehrerzimmer gibt es fair gehandelten Kaffee“, erzählt Miedza, „und in der Cafeteria haben wir die entsprechende Schokolade im Angebot.“ Außerdem Teil der Fairen Wo-che ist die „Fair-Challenge für Jugendliche“. Die Bezirksschülerinnenvertretung Leverkusen ruft 15- bis 25-Jährige dazu auf, ihre Ideen und Projekte in Filmen umzusetzen. Innerhalb der Projekttage werden insgesamt fünf zu lösende Aufgaben an die Teilnehmenden geschickt, es winkt ein Preisgeld.
Das Scala Cinema in Opladen zeigt am Mittwoch, 16. September, um 20.15 Uhr den Film „But Beautiful“. Regisseur Erwin Wagenhofer widmet sich dem Schönen und Guten und porträtiert Menschen, die ungewöhnliche Wege gehen. Sie alle vereint, dass sie sich für eine Welt einsetzen, die auch eine Zukunft hat: Nicht „Alles wird gut“, aber „Alles kann gut werden.“
Die Stadt Leverkusen nennt sich seit 2015 „Fair Trade Town“ und wirkt bei der Organisation der Fair Trade-Woche mit. Auch die „Eine Welt“-Läden in Schlebusch und Wiesdorf, die in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum gefeiert hätten, beteiligen sich. „Das Thema hat auch im persönlichen Umfeld an Wichtigkeit gewonnen“, bemerkt Lehrerin Kathrin Böhlefeld abschließend. „Die Schritte sind oft sehr klein. Aber es hat alles einen großen Sinn.“ Handy-Sammelstationen können überall in der Stadt aufgestellt werden, jeder kann sich beteiligen und den Aufruf über die sozialen Medien teilen. Weitere Infos über die Faire Woche gibt es im Internet.


