„Nach all den Komödien war es einfach mal wieder Zeit für Spannung!“ So begründet Dirk Volpert, warum er in diesem Herbst ausgerechnet Peter Colleys Thriller „Gänsehaut“ für das Matchboxtheater in Hitdorf inszeniert. Und Spannung bietet das Stück – immerhin das weltweit meistgespielte kanadische Theaterstück – reichlich.
Im Zentrum der Geschichte steht das junge Ehepaar Greg und Jane Sanderson (Sven Klatte und Annika Siller), das gemeinsam ein abgelegenes Haus auf dem Land bezieht – um Abstand von der Vergangenheit zu gewinnen. Die vergangenen Monate musste Jane nämlich in einer Nervenheilanstalt verbringen. So richtig erholt hat sie sich jedoch offenbar noch immer nicht. Dass der Nachbar und Vermieter George Willowby (Sven Thelen) eine Vorliebe für düstere Geschichten von mordenden Einsiedlern und anderen Schrecknissen hat, ist da nur wenig hilfreich. Und als dann auch noch Gregs Schwester Laura (Tina Wollenhaupt) auftaucht, die zu ihrem Bruder ein sehr spezielles Verhältnis hat, scheint Janes Krankheit wieder vollends aufzubrechen.
Was ist hier Realität, was Einbildung? Eine Frage, die nicht nur Jane, sondern bald auch die Zuschauer umtreibt. „Gänsehaut“ bietet alles, was man von einem Psychothriller erwarten kann: zwielichtige Charaktere, dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit, knarzende Holzdielen und eine Stromversorgung, die insbesondere in stürmischen Nächten alles andere als zuverlässig ist. Gute Nerven sollte man als Zuschauer also mitbringen. Und allzu schreckhaft auch nicht sein, denn wie immer im Matchboxtheater können jederzeit „plötzliche laute Geräusche“ auftreten, wie Regisseur Volpert im Vorfeld noch einmal lachend warnt.
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, bekommt ein kleines, aber äußerst spielfreudiges Ensemble zu sehen: Sven Thelen geht sichtlich auf in seiner Rolle als verschrobener Bauer Willowby; Sven Klattes dauerüberforderter Gesichtsausdruck überzeugt. Und Annika Sillers Jane scheint ohnehin permanent vor einem Nervenzusammenbruch zu stehen, insbesondere aber wenn sie mit Tina Wollenhaupt als undurchsichtige Schwägerin interagiert. Dazu kommt die kleine, aber feine Kulisse sowie die gut arrangierten Licht- und Soundeffekte, ohne die der gepflegte Grusel kaum funktionieren würde. Die nächsten Aufführungen beginnen am Freitag und Samstag, 4. und 5. Oktober jeweils um 20 Uhr. Weitere Termine sowie alle Informationen zu Tickets und Preisen: www.matchboxtheater.de
