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GerichtJunge Schlebuscherin soll an Einbruchserie beteiligt gewesen sein

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Nach dem Urteil kam der Angeklagte zurück ins Gefängnis.

Leverkusen – Medine N. (alle Namen geändert) sieht so aus, als könnte sie ihr Geld ohne weiteres auch als Model verdienen. Statt auf dem Laufsteg steht die 22-jährige Schlebuscherin aber vor dem Kölner Landgericht, wo sie sich seit gestern zusammen mit Zlatko Z. (23) wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls verantworten muss. Bei acht teils vollendeten, teils versuchten Einbrüchen in Leverkusen, Burscheid und Köln sollen die beiden Angeklagten gemeinsam mit weiteren Komplizen im vergangenen Jahr nicht nur große Summen an Bargeld, sondern auch mehrere hochwertige Fahrzeuge erbeutet haben.

Die Serie begann laut Anklage im Februar 2015 in einem Einfamilienhaus an der Jakob-Kaiser-Straße, kaum einen Steinwurf weit von der Wohnung der 22-Jährigen entfernt. Dort nahmen die Täter von einem Tisch in der Diele neben einer Handtasche mit Bargeld und EC-Karte auch die Schlüssel für ein neuwertiges Wohnmobil der Marke Fiat Pössl im Wert von 50.000 Euro sowie für einen Seat Leon an sich. Das Wohnmobil soll Medine N. kurz darauf für 36 000 Euro verkauft und sich damit auch der Hehlerei schuldig gemacht haben.

Am Vogelsfeldchen in Manfort erbeuteten sie und Zlatko Z. laut Anklageschrift einige Zeit später einen BMW-X3-Geländewagen. Bei zwei Einbrüchen im benachbarten Köln sollen ein BMW X1 und 4000 Euro Bargeld sowie ein 5er BMW und ein weiterer X3 hinzugekommen sein, der für 28.000 Euro weiterverkauft werden konnte, so der Staatsanwalt.Keinen Erfolg soll das Duo hingegen mehrere Monate danach bei knapp einem halben Dutzend Einfamilienhäusern an der Schlebuscher Heide und am Eidechsenweg auf der Bullenwiese in Schlebusch gehabt haben. Dort scheiterten sie in ein und derselben Nacht an offenbar gut gesicherten Eingangstüren und Bewegungsmeldern, die sie schließlich ohne Beute in die Flucht trieben.

Wertvoller Schmuck

Diesen vergeblichen Versuchen folgte Anfang September ein letzter Einbruch in ein Einfamilienhaus an der Witzheldener Straße im Burscheider Stadtteil Hilgen. Statt eines Autos stahlen die Täter etliche wertvolle Schmuckgegenstände der Bewohner. Insgesamt soll der Schaden, den die Angeklagten angerichtet haben, weit über 100.000 Euro liegen.

Sowohl Medine N. als auch Zlatko Z. wollten sich zu Prozessbeginn weder zu diesen Vorwürfen noch zu ihren persönlichen Verhältnissen äußern. Die 22-Jährige wurde gestern ohnehin nur aushilfsweise von einer Rechtsanwältin vertreten, weil ihre Hauptverteidigerin Ulrike Tasic erkrankt ist. Ob sie am nächsten Verhandlungstag kommenden

Donnerstag teilnehmen kann, stand gestern noch nicht fest.Harald Helmes, der Vorsitzende der 17. Großen Strafkammer, hat für diesen Tag die ersten Zeugen geladen. Das Verfahren ist auf insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt und soll planmäßig am 19. Mai mit der Urteilsverkündung enden. Bei einem Schuldspruch drohen den beiden Angeklagten Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren.