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Gestrickt, getöpfert und getanzt

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Die Schüler präsentierten im Foyer ihre getöpferten Werke Mitschülern, Eltern, Lehrern und Ehemaligen.

Die Cafeteria ist an diesem Vormittag zur Aula geworden. Vor der Bühne stehen mehrere Reihen Stühle, immer mehr Schülerinnen und Schüler nehmen Platz. Natürlich in den hinteren Reihen. Die Lehrer und Ehemaligen verteilen sich in den vorderen Reihen. Dann setzt sich der Schulleiter ans Klavier und alle singen zusammen „Zum Geburtstag viel Glück“. Das Geburtstagskind ist die Montanus-Realschule selbst. Sie wird 60, und kurz vor der Ferien ist die Schule noch einmal von Festlichkeiten erfüllt. Schulleiter Ferdinand Brüggemann-Sina koordiniert die Schülergruppen und das Publikum: „Sie merken schon, hier ist Highlife in allen Gassen“. Bezirksregierung, Förderverein und Schülervertretung (SV) halten Reden auf die Schule, immer alternierend mit kleinen Aufführungen der Schüler. Die 5d rappt über das Raphuhn, die Theater-AG zeigt eine Szene mit Giftmord, die Musikklasse 6a spielt Strophe um Strophe „Freude schöner Götterfunken“, immer mehr Instrumente steigen ein. Dann tanzen die „Power Girls“, geübt haben sie in der Projektarbeit.

An der Montanus-Realschule bestehen die letzten paar Schultage vor den Sommerferien nämlich nicht aus DVDs Gucken und Eis Essengehen, sondern aus diversen Projekten, bei denen die Kinder das auswählen, was ihnen am meisten Spaß macht. So haben sie in den letzten drei Tagen unter anderem gestrickt, programmiert, getöpfert und getanzt. Die Ergebnisse werden am Nachmittag präsentiert. Besonders die Ansprache der SV hat es in sich: die Schülervertreter „fühlen sich der Schule verbunden“ und beginnen mit einem Gedicht von Heinz Erhardt. Ein Zehntel der 60 Jahre haben sie nach Abschluss der zehnten Klasse in der Montanus-Realschule verbracht. David Dettinger lobt die Schule für Kommunikation auf Augenhöhe, gerade im Vergleich zum Gymnasium, wo er in die sechste Klasse ging. „Hier fühlt man sich besser aufgenommen. Wir sind zusammen eine Einheit. Niemand kämpft für sich allein.“ Neben großen silbernen Luftballons, einer Sechs und einer Null, arbeiten die Redner die Geschichte der Schule und der Nation auf. Achim Eckstein von der Bezirksregierung spricht von einer „hohen Akzeptanz der Schule weit über die Stadtgrenzen hinaus“.

Die Mitarbeit beim Projekt „Schule ohne Rassismus“ und das intensive Austauschprogramm mit der Bretagne werden gelobt. Die ehemalige Schulleiterin Ursula Schäfer spricht auch über die Strapazen der jahrelangen Renovierung der Schule bei laufendem Betrieb. Als sie am Ende ihrer Rede auf den Schlebuscher Heimatforscher und Namensgeber der Schule Montanus (eigentlicher Name: Anton Wilhelm Florentin von Zuccalmaglio) zurückkommt, haben die meisten Schüler die Aula bereits wieder geflohen. Der schulleitende Musiker Brüggemann-Sina hält seine Rede am Klavier auf die Melodie des Sinatra-Hits „I Did It My Way“, da werden zum Reimen auch mal die Namen gebeugt.

Humorvoll und unterhaltsam geht die Auftaktveranstaltung zu Ende, Schüler und Lehrer singen noch einmal – „Kein schöner Land in dieser Zeit“ – von Montanus.