Für die Standorte in der Region wurden keine Fortführungslösungen gefunden – Ausnahme ist der Standort Mechernich.
„Schwierige Nachricht“Hellweg-Standorte in Region Köln ohne Zukunft – Mitarbeitende entlassen

Der Eingang einer Filiale der Baumarktkette Hellweg. (Archivfoto)
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Für die Beschäftigten der Hellweg-Baumärkte in Bonn, Sankt Augustin, Mettmann und Monheim ist die Hoffnung auf einen rettenden Investor geplatzt, das wurde am Freitag (28. August) bekannt. Während sich das Unternehmen für einen Teil seines Filialnetzes über Fortführungslösungen freuen kann, bleiben die Menschen an diesen vier Standorten in der Region auf der Verliererseite eines der größten Insolvenzverfahren im deutschen Baumarktgeschäft der vergangenen Jahre.
Große Ausnahme aus Sicht des Rheinlands ist Mechernich im Kreis Euskirchen. Hier ist laut Hellweg eine Lösung in Aussicht. Demnach könnte der Standort von der Baumarktkette Obi übernommen werden.
Mitarbeitende der Standorte in der Region Köln erhalten Kündigungen
Noch bis vor wenigen Wochen hatten viele Beschäftigte bei Hellweg gehofft, dass sich für ihre Filialen doch noch eine Lösung finden würde. Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen. Für die betroffenen Standorte in Bonn, Sankt Augustin, Mettmann und Monheim gibt es keinen Investor, der die Geschäfte fortführen möchte. Die Konsequenz: Die Märkte werden geschlossen, die Mitarbeitenden erhalten ihre Kündigung.
„Unser vorrangiges Ziel war und ist es, möglichst viele Standorte und damit möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Dass dies für einen Teil unseres Filialnetzes gelungen ist, ist angesichts der schwierigen Ausgangslage ein wichtiges Ergebnis des Investorenprozesses“, erklärte Prof. Dr. Gerrit Hölzle, Co-Sanierungsgeschäftsführer von Hellweg und BayWa Bau & Garten. „Gleichzeitig bedauern wir sehr, dass sich nicht für alle Standorte eine Fortführungsperspektive abzeichnet. Gerade mit Blick auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten mit großem Einsatz unterstützt haben, ist das eine sehr schwierige Nachricht.“
Hellweg-Insolvenzverfahren mit weitreichenden Folgen
Das Insolvenzverfahren der Hellweg-Gruppe zählt zu den bedeutendsten Verfahren, die die deutsche Baumarktbranche in den vergangenen Jahren erlebt hat. Zahlreiche Standorte im gesamten Bundesgebiet sind betroffen, wobei sich für einige Filialen Investoren gefunden haben, die eine Fortführung ermöglichen. Für andere Standorte – darunter die vier genannten in der Region Köln/Bonn und im Rheinland – gab es diese Perspektive nicht.
Der Insolvenzverwalter hatte in den vergangenen Monaten intensiv nach Käufern beziehungsweise Investoren gesucht, die einzelne Märkte oder Teile des Unternehmens übernehmen könnten. Für einen Teil der Standorte war diese Suche erfolgreich, sodass etwa in Dortmund, Essen oder Münster Arbeitsplätze erhalten werden können. Für die vier betroffenen Filialen im Rheinland blieb die Suche jedoch ohne Ergebnis.
Was die Schließung für die Mitarbeitenden bedeutet
Für die Beschäftigten der betroffenen Märkte bedeutet die gescheiterte Investorensuche den Verlust des Arbeitsplatzes. Die Kündigungen wurden bereits ausgesprochen beziehungsweise stehen unmittelbar bevor. Betriebsräte und Gewerkschaften hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten dafür eingesetzt, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten – für die vier Standorte in Bonn, Sankt Augustin, Mettmann und Monheim konnte dies jedoch nicht erreicht werden.
Die betroffenen Mitarbeitenden stehen nun vor der Aufgabe, sich beruflich neu zu orientieren. In vielen Fällen dürfte die Arbeitsagentur eine wichtige Anlaufstelle sein, um Unterstützung bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhalten. Auch Sozialpläne und mögliche Abfindungsregelungen dürften in den kommenden Wochen ein zentrales Thema für die Beschäftigten und ihre Vertretungen sein.
Auswirkungen auf die Region durch Hellweg-Insolvenz
Mit der Schließung der vier Filialen verschwinden bekannte Anlaufstellen für Baumarktkunden aus dem Stadtbild von Bonn, Sankt Augustin, Mettmann und Monheim. Für die jeweiligen Innenstädte beziehungsweise Gewerbegebiete bedeutet dies nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen, sondern auch von Kaufkraft und Frequenz, die bislang durch die Baumärkte generiert wurde.
Anwohnerinnen und Anwohner müssen sich künftig nach Alternativen umsehen, wenn es um Baumaterialien, Gartenbedarf oder Renovierungsartikel geht. Ob und in welcher Form die frei werdenden Immobilien künftig genutzt werden, ist derzeit noch offen, Hellweg bemüht sich weiter um eine Lösung. In der Vergangenheit wurden ehemalige Baumarktflächen an anderen Standorten teils von anderen Handelsketten übernommen, teils aber auch einer gänzlich neuen Nutzung zugeführt.
Wie geht es mit den Hellweg-Standorten weiter?
Für die verbleibenden Hellweg-Standorte, an denen Investoren gefunden wurden, dürfte der Übergang in den kommenden Wochen und Monaten im Fokus stehen. Für die vier Standorte ohne Fortführungsperspektive hingegen beginnt nun die Abwicklung: Räumungsverkäufe, endgültige Schließung und die Entlassung der Belegschaft sind die nächsten Schritte, die anstehen.
Für die betroffenen Beschäftigten bleibt zu hoffen, dass sich durch Sozialpläne, Unterstützung der Arbeitsagentur und gegebenenfalls neue Stellenangebote in der Region zumindest die finanziellen und beruflichen Folgen der Schließung abmildern lassen.
