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Hermann Lübbert kauft wieder ein

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Hermann Lübbert

Pharma Die Party ist vorbei: Nachdem im Zug der Übernahmeschlacht die Aktie von Biofrontera im Juni auf gut acht Euro gestiegen war, folgte ein stetiger Sinkflug. 5,13 Euro war die Notierung am Donnerstag. Die vorläufigen Zahlen für die ersten neun Monate haben den Kurs weiter negativ beeinflusst. Die Anleger waren enttäuscht, weil sich das Wachstum des bisher mit großem Abstand wichtigsten Produktes verlangsamt hat: Der Absatz des Hautkrebsmittels Ameluz auf dem US-Markt, der von überragender Bedeutung ist, ging sogar leicht zurück. Auswirkung einer Preiserhöhung, erklärte der Vorstand.

Im laufenden Jahr haben die Manforter um die 19 Millionen Euro erlöst, Ameluz hat dazu knapp 13 Millionen beigetragen. Damit liegt der Umsatz zwar rund 30 Prozent über den ersten neun Monaten des Vorjahres, als Biofrontera 14,6 Millionen Euro erzielte. Allerdings war ein bisschen mehr erwartet worden. Da half es auch nicht, dass der Vorstand auf das vierte Quartal setzt.

Für Vorstandschef Hermann Lübbert war das Kurstief indes Anlass, noch einmal zuzugreifen, nachdem er im Zuge des Übernahmeangebots von Maruho seinen gesamten eigenen Aktienbestand an die japanische Pharmafirma verkauft hatte. Was ein Zeichen sein sollte. Der Gründer erwarb nach Angaben des Unternehmens, das solche Deals veröffentlichen muss, für knapp 50 000 Euro Biofrontera-Papiere. Der Kurs lag dabei zwischen 5,17 und 5,23 Euro.

Verglichen mit dem Verkauf im Juni ist das für den Vorstandschef aber ein kleines Geschäft: Lübbert war mit 744 678 Anteilsscheinen größter privater Einzelaktionär von Biofrontera. Im Juni hatten sich auch Finanzchef Thomas Schaffer und Vertriebsvorstand Christoph Dünwald von ihren Beständen getrennt, um ein Zeichen für Maruho zu setzen. Das Unternehmen wollte seinen Anteil auf 29,9 Prozent aufstocken. Damit wäre gegen die Japaner nichts mehr gelaufen bei Biofrontera.

Zwei Bieter in Konkurrenz

Allerdings sah sich Maruho einem konkurrierenden Angebot des anderen Großaktionärs gegenüber. Die Unternehmensgruppe um den Heidelberger Investor Wilhelm Zours wollte den Maruho-Einfluss eindämmen und selbst wichtige Entscheidungen in Manfort treffen. Erst wollte er den Aufsichtsrat mit Gewährsleuten besetzen, danach Hermann Lübbert und Thomas Schaffer aus dem Vorstand entfernen.

Am Ende scheiterten beide: Maruho verfehlte sein Ziel sehr deutlich: Statt der benötigten 4,3 Millionen konnten die Japaner lediglich knapp dreieinhalb Millionen Aktien einsammeln. Konkurrent Zours übernahm eine halbe Million Papiere. Maruho zahlte 7,20 Euro pro Aktie, die Unternehmensgruppe um Zours sogar acht Euro.