Zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai bietet das Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz für Köln und das südliche Rheinland eine kostenlose Telefonaktion für Rat- und Hilfesuchende. Dazu sprach Klaus Müller mit Projektmitarbeiterin Martina Romeike.
An wen richtet sich die Telefonaktion?
An alle, die sich über Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Pflegebedarf und für deren pflegende Angehörigen informieren möchten. Beispielfragen wären: Wie kann ich finanzielle Unterstützung von der Krankenkasse erhalten? Wer und was kann mich zu Hause bei der Pflege und Betreuung unterstützen? Wie kann ich ausländische Betreuungs- und Hilfskräfte in Anspruch nehmen? Was kommt auf mich zu, wenn mein Angehöriger in ein Seniorenheim zieht? Gibt es für mich als pflegender Angehöriger Unterstützung, wenn ich noch berufstätig bin? Wie finde ich eine Gesprächsgruppe um mich auszutauschen? Diese und viele weitere Fragen werden von zwölf Experten aus dem Bereich der Altenhilfe beantwortet.
Ihr Regionalbüro deckt Köln und das südliche Rheinland ab. Können auch Ratsuchende aus Rhein-Berg oder Oberberg anrufen?Wichtig zu betonen ist, dass das Regionalbüro nicht nur für Köln, sondern auch für Bonn, Leverkusen, den Rhein-Sieg-Kreis und Rhein-Erft-Kreis zuständig ist. Auch wenn es sich um eine Kölner Telefonnummer handelt, können Fragen für die gesamte Region beantwortet werden. Wenn die Anrufer nicht aus unserer Region stammen, wird Ihnen natürlich auch geholfen. Es gibt in NRW 12 Regionalbüros, die sehr gut untereinander vernetzt sind, so dass Anrufer auch aus Oberberg oder dem Kreis Euskirchen den richtigen Ansprechpartner zugewiesen bekommen.
Welches Themenspektrum decken Ihre Experten ab?
Ich möchte betonen, das dieses Expertennetzwerk Ende 2019 vom Regionalbüro ins Leben gerufen wurde und sich seitdem regelmäßig austauscht und die Telefonaktionen plant. Ohne dieses Engagement der einzelnen Experten würde dies nicht funktionieren. Alle Themen rund um Pflege, Alter, Demenz und jedwede Behinderung können besprochen werden. Präventiv auch für Menschen, die sich früh informieren möchten, weil bei einem Familienangehörigen vielleicht auffällt, dass öfter Dinge vergessen werden. Unsere Experten kommen aus den verschiedensten Bereichen und sind gut untereinander und mit anderen Experten vernetzt
Wie läuft so ein Gespräch ab?
Alle Anrufer landen zunächst bei uns im Regionalbüro. Dort klären wir zunächst, welcher unserer Experten der richtige Ansprechpartner ist. Mit dem Einverständnis des Anrufers, der auf Wunsch gerne anonym bleiben darf, wird der oder die Expertin ihn noch während des Aktionszeitraums zurückrufen. Falls darüber hinaus Hilfe erforderlich ist, bemühen wir uns passgenau für den Ratsuchenden um ein Angebot vor Ort. Wir haben auch durch einen Experten eine Rufnummer für Menschen mit wenigen oder keinen Deutschkenntnissen geschaltet. (siehe „Telefon-Aktion mit Auszeit-Verlosung“).
Telefonaktion am 12. Mai
Die Rundschau-Altenhilfe DIE GUTE TAT e.V. unterstützt die Aktion zum Internationalen Tag der Pflege mit einer finanziellen Spende, die pflegenden Angehörigen eine Auszeit von ihrem stressigen, oftmals belastenden Alltag ermöglichen soll.
Anrufer, die während der kostenfreien Telefonaktion am Donnerstag, 12. Mai, zwischen 10 und 20 Uhr, unter den Telefonnummern: 0 22 03 - 358 95 10 oder 0 22 03 - 358 95 11 (mehrsprachig: 0221 - 420 39 80) Fragen stellen oder nach Unterstützungsangeboten fragen möchten, können sich für eine Auszeit melden. Die Gewinner werden per Los ermittelt.
Denkbar sind Besuche in der Oper, im Kino, Zoo oder einem Thermalbad. Verbunden mit den Auszeiten ist auch immer ein Betreuungsangebot.
Wie konkret ist die Hilfe, die Sie am Telefon leisten können? Es ist ja bereits Ihre fünfte Aktion seit 2020. Können Sie Beispiele nennen?
Sehr gerne. Bei einer unserer Telefonaktionen rief uns eine verzweifelte Frau an, deren Mutter an Demenz erkrankt ist. Sie lebt 200 Kilometer von ihr entfernt und hatte per Zufall von der Aktion gelesen. Ihre Mutter hatte sich bei einem Spaziergang verlaufen und musste als hilflose Person von der Polizei gesucht werden. Die Nachbarn informierten die Angehörige. Gemeinsam mit dem Expertenteam ist es gelungen, spontan ein Unterstützungsnetzwerk mit ehren- und hauptamtlichen Helfern für die Mutter zu organisieren. So dass sie in ihrem gewohnten Umfeld weiterhin leben kann und nicht in einer Senioreneinrichtung untergebracht werden musste.
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In einem anderen Fall haben wir einem von der häuslichen Pflege überlasteten Angehörigen ehrenamtliche Unterstützung vermittelt. Das schafft Freiraum für eine persönliche Auszeit um Kraft zu tanken, in dem guten Gefühl, dass der auf Pflege angewiesene nahe Mensch dennoch weiter gut versorgt ist. Solche kleinen Auszeiten verlosen wir auch während der Telefonaktion am 12. Mai, dank der Unterstützung der Rundschau-Altenhilfe. Uns ist es zudem gelungen, die beiden in eine vierwöchige Kur speziell für pflegende Angehörige zu vermitteln. Während der Pflegende individuelle Anwendungen erhält, weiß er seinen Angehörigen in guten Händen.
Was empfehlen Sie Ratsuchenden, die am 12. Mai nicht zum Telefon greifen können?
Sie können uns gerne vorab Fragen per E-Mail an region-koeln@rb-apd.de senden. Aber selbstverständlich stehen wir auch außerhalb der Telefonaktion für Rat- und Hilfesuchende zur Verfügung und vermitteln einen passgenauen Ansprechpartner am Wohnort. Und das völlig kostenfrei.Unser Ziel ist es die regionalen Versorgungsstrukturen so weiterzuentwickeln, dass Menschen mit unterschiedlichen Pflegebedarfen sowie pflegende Angehörige in ihrem Wohnumfeld die Unterstützung, Begleitung und Förderung finden, die sie benötigen, um in ihrer vertrauten Umgebung und Häuslichkeit verbleiben und am sozialen Leben teilhaben zu können.

