Um Jugendliche auf einen Spielplatz zu locken, braucht es besondere Anreize. Das heißt, wenn man möchte, dass sie sich hier auch bewegen und nicht nur auf den Bänken abhängen. „Wir wollen den Jugendlichen einen Anreiz und Ansporn bieten“, sagt Severin Schönenstein. Die Antwort des städtischen Planers: Ein Bolderwürfel. Auf dem futuristisch anmutenden, dreiteiligen Würfel sind Haltegriffe zum Klettern angebracht. Leicht ist das nicht, bemerkt Baudezernentin Andrea Deppe – und bleibt nach zwei fehlgeschlagenen Kletterversuchen lieber auf festem, sandigen Boden.
Zu finden ist der Bolderwürfel sowie weitere Kletter- und Schaukelgeräte auf dem neu angelegten Spielplatz an der Bodelschwinghstraße in Manfort. Das 1600 Quadratmeter große Areal, auf dem früher ein eher zugewachsener Bolzplatz war, wurde komplett umgestaltet. Die Baukosten in Höhe von 176 000 Euro hat zu 90 Prozent das Land übernommen. „Soziale Integration im Quartier 2017“ heißt das Förderprogramm, in dem Stadtteile mit sozialschwacher Bevölkerungsstruktur unterstützt wurden. Wie der Name schon sagt, ist das Programm schon etwas älter, der Förderbescheid wurde schon im Juli 2017 überreicht.
„Solche Sachen dauern einfach ein bisschen“, sagt Deppe. Die Investition müsste ja auch in den städtischen Haushalt passen, dann folgen Anträge, Ausschreibungen, Auftragsvergaben. Auch musste das Areal erst freigeschafft werden. „Mit dem eigentlichen Bau waren wir dann in fünfeinhalb Monaten fertig“, berichtet Schönenstein. Weiter vorne in dem Grünstreifen hinter der Häuserreihe gibt es noch Klettergerüste und Rutschen für Kleinkinder, der neue Bereich ist für die Zielgruppe von acht bis 14 Jahren gedacht. Deswegen gibt es auch keine klassischen Sitzbänke, sondern breite Röhren zum draufsetzen.
„Die Jugendliche sitzen ohnehin immer auf den Lehnen und machen die Sitzfläche dreckig, deswegen gibt es hier erst gar keine Sitzfläche“, sagt Lothar Schmitz, Leiter des Fachbereichs Stadtgrün. Ist ja auch viel cooler, auf einer Röhre abzuhängen. Oder noch besser auf der Hängematte daneben, die bei der Vorstellung des Spielplatz alle Beteiligten direkt testen mussten. Fazit: Sehr bequem.
