- Vertreter der freien Szene zeigten Wille zum Handeln.
- Die Konferenz zeigte aber auch, wie wenig sich die Politik der Stadt für die freie Szene interessiert.
Leverkusen – Es war ein Abend im Jungen Theater, der Gutes wie Schlechtes offenbarte. Zunächst einmal ist es ein wichtiges Zeichen aus der freien Szene, dass deren Vertreter offenbar gewillt sind, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. Wenn es tatsächlich zur Gründung von Arbeitskreisen und zu öffentlichen Aktionen kommen sollte, kann es gelingen, viele Bürger hinter dem Anliegen – dem Erhalt der kulturellen Vielfalt in der Stadt – zu versammeln.
Diese Einheit und Motivation ist nicht selbstverständlich, denn: In der Vergangenheit hatte man häufig den Eindruck, dass sich manche Institution ausschließlich um die eigenen Anliegen kümmere. Zudem erschienen Angebote der freien Szene mitunter mehr wie ein Verwalten der Vergangenheit als der Versuch, ein neues Publikum zu begeistern. Das kann jetzt anders werden.
Indes: Der Abend zeigte auch, in welchem Maße sich die politischen Entscheider und „großen“ Kulturmacher dieser Stadt wirklich für die freie Szene interessieren: nämlich so gut wie gar nicht. Außer Roswitha Arnold, der Vorsitzenden des Kulturausschusses, war niemand zugegen bei einem Treffen, das überall angekündigt worden war. Dieses Verhalten ist arrogant, ignorant und egoistisch.