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Kultur in LeverkusenMusikschule demonstriert vor dem Rathaus gegen Sparmaßnahmen

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Leverkusen – Martin Erhardt, Lehrer und Orchesterleiter der Musikschule Leverkusen, stand auf dem Vorplatz des Rathauses.

Von oben schien die Sonne. Hinter ihm saßen die Menschen auf den Treppen und schleckten Eis. Vor ihm jedoch sah es düster aus: Da standen 45 leere Notenständer. Für jedes Orchester, jedes Ensemble der Musikschule einer. Und obwohl Erhardt den Taktstock schwang, erklang kein Ton. Erhardt dirigierte ein Orchester ohne Musiker – und gab einen Ausblick auf die Zukunft.

Denn genau das, Stille, könnte eintreten, wenn die von Wirtschaftsprüfern jüngst empfohlenen Kultur-Sparmaßnahmen in der Stadt umgesetzt werden sollten: Dann könnte es nicht nur dem Museum Morsbroich an den Kragen gehen, das vom Deutschen Kulturrat mittlerweile auf die „Rote Liste“ der bedrohten Kultureinrichtungen gesetzt wurde. Und nicht nur der freien Szene.

Dann könnte es eben auch die Musikschule treffen, an der aktuell 2500 junge Menschen Musik machen.

Weniger feste und mehr für ein kleines Honorar arbeitende Lehrer schlugen die Wirtschaftsprüfer vor, um die Stadtkasse zu entlasten. Am besten im Verhältnis von 70 zu 30 zugunsten der Billig-Pädagogen. „Lasst die Pfoten von den Noten“ stand als Kommentar dazu auf einem Transparent, das mehrere Musikschüler hochhielten.

„Wenn sich dieser Sparkurs durchsetzen sollte, dann wird es von den 45 Ensembles in unserem Hause keines mehr geben“, betonte Musikschulleiter Jürgen Ohrem, der ebenfalls mitgekommen war. „Denn von Honorarkräften kann ich über den Unterricht hinaus keine zusätzliche Arbeit verlangen.“ Sprich: keine Auftritte und tiefer gehende Beschäftigung mit Ensembles. Dabei sei gerade die so wichtig, um „nachhaltig zu sein“.

Das bekräftigte auch Gregor Seidewinkel, dessen Sohn Leo (14) seit vier Jahren Trompete spielt und Mitglied der Musikschul-Big-Band ist. „Kultur darf nicht länger nur Bildungsschmuck sein“, forderte er – und unterschrieb gleich auf einer der ausgelegten Listen für den Erhalt der Musikschule und der anderen Kultureinrichtungen Leverkusens.

Und er war nicht der einzige, der das tat: Viele andere Menschen blieben stehen, ließen sich mit „Weiter musizieren“-Schildern fotografieren, setzten ihren Namen auf die Liste – und machten diese Demonstration zur deutlichen Botschaft an die Politik.