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Letzte TourLeverkusener hat 19 Jahre Hilfsgüter nach Bosnien gefahren

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Leverkusen – Rund 2000 Tonnen Hilfsgüter hat Heinrich Faß in den vergangenen 19 Jahren mit seinem großen Unterstützerteam über den „Verein Freunde und Förderer der humanitären Hilfe Leverkusen“ nach Bosnien geschafft.

Das immer wieder von Krisen heimgesuchte Land wird seit 1997 regelmäßig aus Leverkusen beliefert, insbesondere mit Produkten aus dem Gesundheitswesen. Darunter waren bisher sowohl kleinere Spenden wie zum Beispiel Krankenhausbettwäsche, aber auch ganzes Praxisinventar. In der Nacht von Freitag auf Samstag startet Faß ein letztes Mal selbst auf die Tour an den Balkan. Aus gesundheitlichen Gründen muss der 69-Jährige kürzertreten. Auf einer Pressekonferenz dankten ihm am Mittwochvormittag zahlreiche Weggefährten für sein langjähriges Engagement. Sogar der Koordinator auf bosnischer Seite, Muhamed Musemic, war tags zuvor eingeflogen. „Über so viele Jahre hinweg kann man eine solche Aufgabe nur erledigen, wenn man, wie Sie, sowohl Herz als auch Verstand besitzt“, befand Stadtratsvertreterin Irmgard von Styp-Rekowski. Oberbürgermeister Uwe Richrath pflichtete ihr bei: „Genau für Menschen wie Sie gibt es das Bundesverdienstkreuz. So menschlich wie Sie die Stadt Leverkusen und die Bundesrepublik Deutschland im Gesamten verkörpern, sind Sie ein absolut würdiger Träger dieses Ordens.“ Die lobenden Worte täten ihm gut sagte Faß und dankte wiederum seinem Helfergespann. Er wolle keine Sekunde seiner Vereinsarbeit missen, obwohl es gute selbstverständlich ebenso wie schwierigere Phasen gegeben habe. „Das Gute überwiegt“, konstatierte er jedoch und blickte ein wenig wehmütig zurück auf ein Vielzahl unvergesslicher Erlebnisse.

„Erinnerst Du dich noch, wie wir 28 Stunden an der Grenze gestanden haben, weil du keinen internationalen Führerschein hattest“, fragte Faß sichtlich schmunzelnd an Helfer Heinz Brinkschulte gewandt. An dessen Hitdorfer Tankstelle werden die von der Firma Niesen zur Verfügung gestellten Lkw kostenlos betankt.

Dieses Mal besteht der Hilfskonvoi aus drei Fahrzeugen, die bis nach Bosnien zwei Tage unterwegs sein werden. Dass die Hilfe für das noch immer nicht vollständig vom Bürgerkrieg in den 90er-Jahren und Naturkatastrophen in jüngerer Vergangenheit genesene Land am Balkan auch ohne Heinrich Faß weitergehen soll, darin waren sich am Mittwoch alle Unterstützer einig.

Ein Nachfolger ist allerdings noch nicht gefunden.