Das Umland der Metropolen mit den großen Hochschulen hat deutlich aufgeholt. Die Grünen wollen mehr Kontrolle bei Kurzzeitvermietungen.
AnalyseDas kosten Studierendenwohnungen in Leverkusen

Das Wohnheim für Studierende in der Bahnstadt Opladen deckt den Bedarf natürlich nicht.
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Studieren ist teuer, auch in Leverkusen. Das liegt vor allem am Wohnungsmarkt, der mehr und mehr angespannt ist, vor allem wenn es um kleine Wohnungen geht. Das zeigt eine Analyse des Portals Immowelt für ganz Deutschland.
Die am Montag veröffentlichten Daten für Hochschulstädte erstaunen im Detail: So ist die als Standard angenommene, 40 Quadratmeter große Bestandswohnung aus den 1990er Jahren in Leverkusen mit 415 Euro gar nicht mehr so viel billiger als in den benachbarten Metropolen mit den großen Hochschulen: In Köln kostet diese Musterwohnung zum Stichtag 1. September 554 Euro kalt, in Düsseldorf sogar 567 Euro im Monat. Für Bonn verzeichnet das Immobilienportal indes nur eine Miete von 452 Euro.
Bergisch Gladbach teurer als Leverkusen
Und der aus den Anzeigen hergeleitete Wert im benachbarten Bergisch Gladbach zeigt, dass das Umland deutlich aufgeholt hat: Die 40-Quadratmeter-Wohnung kostet dort nämlich 448 Euro im Monat. Das ist zum Beispiel teurer als in der RWTH-Stadt Aachen, für die lediglich 420 Euro Miete ermittelt wurden.
Die Werte seien mittels hedonischer Verfahren errechnet worden, hieß es am Montag. Das bedeutet: Die Mietpreise wurden nach einzelnen Merkmalen zerlegt, zum Beispiel nach Lage, Wohnfläche und Baujahr. Mit einer weiteren Analyse wurde geschätzt, welchen Preisbeitrag diese Merkmale haben. Damit ließen sich Objekte unterschiedlicher Qualität vergleichen. Die Immowelt-Werte zeigen die Preise bei Neuvermietung. Interessant dabei: Alle Mieten in der Region übersteigen die Wohnpauschale, die im BAföG-Höchstsatz von 992 Euro enthalten ist. Die Pauschale beträgt lediglich 380 Euro.
Die wird im Ruhrgebiet immer unterschritten. In Duisburg kostet die Studierendenmusterwohnung 303, in Dortmund 333, in Essen 365, in Mülheim an der Ruhr 351, in Bochum 332 Euro, in Bottrop 300 und in Gelsenkirchen sogar nur 278 Euro. Das zeigt ein weiteres Mal die enormen Mietunterschiede zwischen der Rheinschiene und dem Ruhrgebiet.
Wie Airbnb und Booking.com auf die Preise wirken
Der starke Druck im Markt für kleine Wohnungen hängt auch damit zusammen, dass sie häufig kurzzeitig vermietet werden – zum Beispiel über Portale wie AirBnB und Booking.com. Damit lässt sich die Rendite extrem steigern. Die Grünen im Rat wollen deshalb mit mehr Kontrolle gegensteuern. Sie haben gerade beantragt, in Leverkusen eine Wohnraum-ID einzuführen. So etwas gebe es schon in Köln, Düsseldorf und Dortmund. Das Verfahren: Wer eine Wohnung tatsächlich nur gelegentlich über ein paar Tage vermietet, muss keine Gebühr abführen. Bei Kurzzeitvermietungen über mehr als 90 Tage im Jahr wird dagegen eine Abgabe an die Stadt fällig.
Auch die Grünen wissen: „Die Registrierung allein verhindert keine Verstöße. Sie erleichtert der Stadt jedoch die Kontrolle von Onlineangeboten, den Abgleich mit Angaben der Plattformen sowie die Prüfung von Hinweisen aus der Bevölkerung.“ Mit der Aufnahme kurzzeitig vermieteter Wohnungen in eine Übersicht sei es natürlich nicht getan; die Stadtverwaltung soll „sicherstellen, dass registrierte Angebote tatsächlich kontrolliert werden, Daten sinnvoll ausgewertet werden und bei Verstößen wirksame Maßnahmen ergriffen werden“, fordern die Grünen.
Das Echo auf diesen Vorstoß war im vorigen Bauausschuss allerdings verhalten. Der Antrag wurde vertagt. Eine wirksame Kontrolle des Marktes für kleine Wohnungen ist also noch nicht absehbar. Die Immowelt-Auswertung zeigt aber, dass auch Leverkusen nicht mehr billig ist.