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LeverkusenEvangelische Kirche will sich reformieren

2 min

Superintendent Gert-René Loerken

Leverkusen – Dass die evangelische Kirche – wie ihr katholisches Pendant – mit rückgängigen Mitgliederzahlen zu kämpfen hat, ist lange bekannt. „Ich habe das Gefühl, dieses Mal ist es zum ersten Mal richtig in die Köpfe gesickert, was das wirklich bedeutet“, sagt Superintendent Gerd-René Loerken als Fazit nach der Synode des evangelischen Kirchenkreis Leverkusen.

Knapp 70 000 Mitglieder hat der Kirchenkreis noch, zu dem Leichlingen, Burscheid, Langenfeld und Monheim gehören. Davon rund 30 000 in Leverkusen. Bis zum Jahr 2030 rechnet die Kirche mit einem weiteren Rückgang um 29 Prozent auf dann nur noch 54 000 Mitglieder. „Aktuell haben wir noch 28 Pfarrerinnen und Pfarrer, wenn die Prognose eintrifft, werden es im Jahr 2030 nur noch 12 sein“, sagt Loerken. Viele Kollegen werden bis dahin in den Ruhestand gehen, einige Stellen werde man vielleicht neu besetzen können, aber nicht alle. Das liegt sowohl an den finanziellen Möglichkeiten, wie auch an dem Nachwuchsproblem. Auch hier kann er mit einer Statistik aufweisen: Im Jahr 1980 haben im Gebiet der Landeskirche Rheinland 1121 junge Menschen ein Theologiestudium aufgenommen. In diesem Jahr waren es 116.

Das alles sei traurig und besorgniserregend, sagt Loerken. „Das Gesicht der Kirche wird sich massiv verändern.“ Allerdings sieht er auch die Chance, die Strukturen grundlegend umzukrempeln und zu modernisieren. „Wir müssen einige Dinge stärker konzentrieren, die Presbyterien von Dingen wie Finanz- und Gebäudeverwaltung entlasten.“ Geprüft werden auch Kooperationen etwa in Kirchenmusik und Jugendarbeit. Und der Einsatz von pastoralen Teams aus Pfarrern, Diakonen und Pädagogen, in denen vermehrt auch Neben- und Ehrenamtler zum Einsatz kommen sollen. All das sollen Gremien nun konkret ausarbeiten.

Eine Ursache für den Mitgliederschwund sieht Loerken nicht nur im demografischen Wandel, sondern auch in der „Taufverweigerung“ junger Eltern. Hier müsse die Kirche sich etwas einfallen lassen, viele Eltern würden nämlich vor allem den organisatorischen und finanziellen Aufwand scheuen. „Und diese Kinder sind für die Kirche dann oft ganz verloren, sie gehen in keinen Religionsunterricht und haben keine Berührungspunkte“.