Nach vielen Verzögerungen ist die Dreifachsporthalle an der Werkstättenstraße feierlich eröffnet worden.
NeueröffnungEine Sporthalle für künftige Olympioniken in Leverkusen

Selbst eine 50-Meter-Tartanbahn wurde in die neue Sporthalle integriert.
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Wer im Sport eine Niederlage kassiert, muss den Blick direkt wieder nach vorn richten. „Unser Ehrgeiz für den Spitzensport bleibt ungebrochen“, sagt Schul- und Sportdezernent Marc Adomat mit Blick auf die verlorene Olympiavergabe. „Aber der Weg zu den Olympischen Spielen kann trotzdem hier beginnen, auf diesem Parkett. Nur ist die Anreise dann ein bisschen weiter.“

Stefan Hebbel schneidet symbolisch das Band durch. Dabei stehen unter anderem Nelly Schreiner (l., Sportpark Leverkusen), Frank Lathe (2. v. l., Schulleiter Landrat-Lucas-Gymnasium) und Staatssekretärin Andrea Milz (3.v.r)
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Das Parkett liegt in der neuen Dreifachsporthalle an der Werkstättenstraße in der Neuen Bahnstadt Opladen, die nach mehreren Verzögerungen am Dienstag endlich feierlich eingeweiht wurde. Schülerinnen und Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums zeigten in einem Staffellauf der Sportarten, was hier künftig alles trainiert werden kann: von Gymnastik über Hochsprung, Basket- und Fußball bis zum Fechten.

Wozu die Halle genutzt werden kann, zeigten Schülerinnen und Schüler des Landrat-Lucas-Gymnasiums.
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Über die Sporthalle mit allen erdenklichen Sportgeräten hinaus gibt es auch noch einen Kraftraum mit angeschlossenem Foyer, in dem über einen speziellen Boden Gewichte gezogen werden können. Dazu eine 50-Meter-Tartanbahn auf der Tribüne, auf der sogar mit Spikes gelaufen werden darf. „Das hat sehr lange gedauert, bis wir die durchbekommen haben“, verrät Architekt Jochem Kastner – der Brandschutz sei nicht so begeistert von der Idee gewesen, wie die Sportlehrer.
Außerdem gibt es einen lichtdurchfluteten Raum, der noch als Klassenzimmer für Theorieunterricht hergerichtet wird, und ein Untergeschoss voller moderner Umkleide- und Sanitärräume. Die „bespielbare Grundfläche“ der Halle beziffert die Stadt auf 1410 Quadratmeter. Energie und Wärme kommen von der Photovoltaikanlage auf dem Dach und aus dem öffentlichen Fernwärmenetz, das durch Wärmerückgewinnung und Luft-Wärme-Pumpen möglichst wenig in Anspruch genommen werden soll.

Hier wurde sie noch nicht aufgestellt – aber auch eine professionelle Planche für den Fechtsport steht bereit.
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„Endlich“ ist wohl das Wort, das unter den geladenen Festgästen aus Schule, Vereinssport, Politik und Landes- und Stadtverwaltung am häufigsten fällt. Seit das Landrat-Lucas-Gymnasium 2013 zur NRW-Sportschule ausgewählt wurde, fehlte der Schule die notwendige Infrastruktur. Der Rat beauftragte die Verwaltung 2018, eine neue Halle zu bauen. Was dann folgte, „war kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf“, sagt Adomat treffend: „Mit vielen Hürden auf dem Weg“. Ursprünglich waren die Kosten auf 9,25 Millionen Euro kalkuliert, von denen das Land 6,2 Millionen Euro fest zugesagt hatte. Dann stiegen die Kosten bis 2021 auf 12,84 Millionen Euro. Zur Eröffnung beziffert die Stadt die voraussichtlichen Gesamtkosten auf 19,73 Millionen Euro. Der Baubeginn verzögerte sich von September 2021 auf Juni 2022. Bombenfund, Insolvenzen bei Baufirmen, Lieferengpässe – die geplante Fertigstellung wurde von 2023 auf 2025, dann auf Ostern 2026 verschoben.

Von außen sollte sich die Sporthalle in die Optik der Bahnstadt einfügen.
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Sobald die Übergabe und alle Einweisungen abgeschlossen sind, soll hier vor allem die NRW‑Sportschule trainieren – die nach dem Willen der Stadtverwaltung schon zum kommenden Schuljahr vom Landrat-Lucas-Gymnasium auf die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule ausgeweitet werden soll. Außerdem können Athleten anderer Sportvereine, darunter der TSV Bayer Leverkusen, die Halle nutzen. Als ihre neue Heimspielstätte nehmen die „Wings“ die Halle für ihre Spiele in der 2. Basketball-Bundesliga der Frauen ein. Auf ausziehbaren Tribünen können bis zu 280 Zuschauer Platz finden, insgesamt ist die Halle für Veranstaltungen mit bis zu 600 Personen zugelassen. In den Abendstunden soll die Halle auch weiteren Sportvereinen zur Verfügung gestellt werden.

Staatssekretärin Andrea Milz bei der Eröffnung
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„Wenn ich Herrn Adomat sehe, weiß ich immer schon: Es wird teurer“, scherzt Staatssekretärin Andrea Milz. Umso schöner sei es, zu sehen, wenn ein Projekt auch zu einem gelungenen Abschluss kommt – wie in Opladen. Die neue Halle sei „eine Talentschmiede auf Höchstniveau.“
Auch sie sei enttäuscht über die Olympiaentscheidung, regelmäßig kämen rund 30 Prozent der deutschen Teilnehmer an olympischen Sommerspielen aus NRW. „Der Nachwuchs wird hier entdeckt und gefördert“, sagt Milz. Und meint damit explizit auch Leverkusen.
