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Unverständnis über VerboteAufgebrachte Stimmung bei Feiertagskontrollen in Leverkusen

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Viele Menschen unterwegs, aus Leverkusen aber auch auf der Durchfahrt. Viele kannten sich mit den Regeln und Verweilverboten nicht aus.

Leverkusen – Am Vatertag trafen die kürzlich verhangenen Verweilverbote auf gutes Wetter: Dabei kam es an einigen Orten in Leverkusen zu Auseinandersetzungen zwischen den Menschen und dem Kommunalen Ordnungsdienst - viele hatten wenig Verständnis für die neuen Regelungen oder blickten nicht mehr durch.

Rund um die Wacht am Rhein ist bei den sommerlichen Temperaturen einiges los. Das Publikum besteht aber nicht aus "typischen Vatertagsgruppen", sondern hauptsächlich aus Radfahren, größtenteils Familien mit Kindern, die auf den Mauern und Bänken hier rasten, sich ein Eis kaufen und – Achtung – verweilen. Eine von ihnen ist Teresa Pawlowski, die bis jetzt nichts von dem Verbot gehört hat, wie sie sagt: „Es gibt ja auch keine Schilder, die darauf hinweisen, immer noch nur die alten mit der Maskenpflicht.“

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Polizei und Ordnungsdienst kontrollierten am Feiertag mit sehr hoher Präsenz.

Das Ehepaar Marlies und Guido Hendricks nutzt den Tag für einen Spaziergang und beobachtet das Treiben bei einer Pause auf einer Bank. „Das Ordnungsamt hat gerade vor zehn Minuten alle von der Mauer gescheucht und schon ist sie wieder komplett voll mit Menschen“, berichten sie. Ihnen sei das Verbot bewusst, aber kurz hinsetzen, eine kleine Pause machen und dann weiter gehen müsse ja wohl möglich sein.

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Schilder mit dem Maskengebot waren aufgehangen, viele Menschen  kannten aber die Regelung mit dem Verweilverbot nicht.

Wenig später nähert sich ein Streifenwagen der Polizei. Auf einmal herrscht Aufbruchsstimmung, was bedeutet, dass das neue Verbot den Leuten wohl doch nicht so unbekannt sein kann. Die Beamten fahren den Radweg runter, sprechen auf dem Rückweg die wenigen, die dort noch sitzen, freundlich an. Von einer Gruppe hört man noch ein lautes: „Dann verweilen wir halt woanders!“

Polizei wird hinzugerufen

Am Rheinufer in Hitdorf rund um die Fährstraße, die als Ausnahme für das Verbot gilt, kommt es zum größten Einsatz. Die Leute sind aufgebracht, denn ein Ordnungsamts-Mitarbeiter soll eine Frau, die auf der Wiese neben der Straße gegessen hat, am Arm gepackt haben. Sie soll sich geweigert haben, sich auszuweisen. Besorgte im Umfeld haben Zweifel an der Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme: Die Polizei wird gerufen, die sowieso im ganzen Areal unterwegs ist.

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Der Eiswagen vom Restaurant Le Palme musste einpacken und woanders sein Lager aufschlagen.

Beamte sorgen darüber hinaus auch noch dafür, dass niemand von denen, die mit der Fähre ankommen, auf die Idee kommt hier zu verweilen. „Wir kommen aus Köln! Woher sollen wir denn wissen, was hier für Ausnahmeregeln gelten? Es steht hier nirgendwo!“, ruft ein aufgebrachter Mann, der gerade ein Eis am Eiswagen gekauft hat. Das Ordnungsamt beschränkt sich bei ihm auf eine Verwarnung, von anderen werden die Personalausweise abfotografiert. Zum Schluss erhält auch Eiswagenbesitzer Domenico einen Platzverweis: „Ich habe extra eine Genehmigung vom Ordnungsamt für diese Stelle hier bekommen und jetzt sagt mir das gleiche Ordnungsamt, dass ich die nächsten Tage hier nicht mehr hin darf.“

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Das Problem sei nicht gewesen, dass die Leute an der Theke keinen Abstand gehalten haben, sondern dass sie den vorgegeben Umkreis zum Verzehr von 50 Metern nicht eingehalten haben, wofür er verantwortlich sei, erklärt er. Bitter für ihn: Ein paar Meter weiter die Straße hoch im Biergarten darf weiterhin Eis zum Mitnehmen verkauft werden.

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Auch Spielplätze wurden kontrolliert.

Voller Menschen ist der kleine Spielplatz an der Fährstraße, denn dieser hat weiter geöffnet. „Auf den großen Wiesen mit viel Abstand dürfen sich die Familien nicht aufhalten, sondern werden hier in den kleinen Sandkasten zusammengepfercht“, beschwert sich ein Mann.

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Am Hitdorfer See gab es im Gegensatz zum Stöckenbergsee kein Verweilverbot.

Auch am Hitdorfer See ist die Lage paradox: Hier herrscht regelrechte Urlaubsstimmung. Viele Menschen genießen hier am Strand die Sonne. Kräfte des Kommunalen Ordnungsdienstes sind nur wenige Meter weiter: Denn nur am Stöckenbergsee weiter gilt das Verweilverbot - am Hitdorfer See hingegen nicht. Laut der Pressestelle der Stadt sei die Entscheidung dafür auf der Grundlage der Erfahrung des letzten Wochenendes gefällt worden, dies könne sich aber nochmal ändern.

So kommt es am Feiertag zu der Situation, dass die Wenigen, die der großen Masse aus dem Weg gehen wollten und sich im Abstand von über hundert Metern um den Stöckenbergsee verstreut haben, von der Ordnungsbehörde verwarnt werden, wohingegen sie einige Meter weiter problemlos Platz nehmen können.

Im Skaterpark in der neuen Bahnstadt Opladen, in der es weitestgehend ruhig blieb, bringt es ein Vater auf den Punkt: Ihm falle es aktuell sehr schwer immer auf dem neusten Stand zu bleiben. „Die hohe Inzidenz ist uns natürlich bekannt, jedoch sind viele Regeln mit gesundem Menschenverstand ja nicht mehr nachzuvollziehen.“