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Wenig Platz in der StadthalleEs wird langsam eng für die Stadtgarde

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Die Stadtgarde sorgte auf der Sitzung in der sehr vollen Stadthalle von Bergisch Neukirchen auch selbst für Spaß.

Leverkusen – Die „Kölsch’ Hänneschen“ zeigen ihre volkstümlichen Tänze, das kostümierte Publikum jubelt den Figuren aus dem Puppentheater zu. Der Abend ist schon gut in Schwung gekommen, „es ist besonders warm, und es herrscht eine Wahnsinns-Stimmung“. So drückt es Literat der Stadtgarde Opladen, Walter Kern, aus. Vor der Tanzgruppe hat das „Weisweiler Fanfaren-korps“ trompetenstark einge-heizt. „Die Stadthalle Bergisch Neukirchen ist bei unserer Ver-anstaltung langsam am Limit, wir bräuchten eine größere Halle“, sagt Kern. Vor der Mädchensitzung im Januar musste die Stadtgarde über 100 Kartenanfragen zurückweisen, auch die Gardesitzung am Samstag ist ausverkauft.

Nach der Schließung der Stadthalle Opladen vor einigen Jahren wechselte die Stadtgar-de nach Bergisch Neukirchen und stößt an räumliche Grenzen. Viele befreundete Karnevalsge-sellschaften sind zu Besuch, auch Politiker sind anwesend, und dazu scheinbar halb Opla-den. „Dabei sind wir die kleinste Opladener Gesellschaft“, freut sich Kern. Das Spielmannskorps „Neppeser Naaksühle“ mit 80 Mannen bekommt die Stadtgarde auch noch untergebracht.

Nach dem Einzug des Prinzen Kerbi I. ehrt der Verein zwei Mitglieder: Kurt Albers und Joachim Unger werden für ihre Dienste in der Stadtgarde ausgezeichnet. Eine freudige Überraschung für den gebürtigen Hamburger Unger: Der 71-Jährige ist seit elf Jahren im Verein, sein erstes karnevalistisches Jubiläum. Vor 30 Jahren ist Unger durch seine Arbeit zum Karneval gekommen, als Bierverkäufer in Kölner Brauereien. „In Hamburg gibt es nur Fasching, aber das ist kein Vergleich zum Karneval hier“, erzählt er selig. Im übervollen Saal hat er gemeinsam mit seiner Frau einen Sitzplatz reserviert.

Einen Tisch weiter schunkeln Ernie und Bert als Partnerkos-tüm, auch zwei Teufel mit geschwärzten Gesichtern genießen das abwechslungsreiche Programm von Büttenrednern, Band- und Tanzauftritten. Einem der Beisitzer der Stadtgarde haben die Hitze im Festsaal und das lange Stehen leider übel mitgespielt: Max Vendt hatte mit Kreislaufproblemen zu kämpfen und wurde auf der Bühne kurz ohnmächtig. Kurze Zeit später war er aber wieder fit. Am nächsten Tag geht das Programm mit einem Gegenbesuch bei den „Naaksühlen“ in Köln weiter – und der über 70-Jährige ist dabei.

Als Headliner betritt am späten Abend der Kölner Torben Klein die Bühne im Festsaal. Der ehemalige „Räuber“ überzeugte schon voriges Jahr mit einem stimmungsvollen Programm und Eigenkompositionen. Noch nach Mitternacht, so lang es geht, wird in Bergisch Neukirchen gefeiert.