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Botschaft an die NachweltWiesdorfer Kirche sendet mit Zeitkapsel Grüße in die Zukunft

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Die goldene Turmkugel trägt nun auch eine Botschaft für die zukünftigen Leverkusener in ihrem Bauch. 

Leverkusen-Wiesdorf – Wie sieht die Welt in hundert Jahren aus? Dieser Gedanke hat Pfarrer Detlev Prößdorf von der Christuskirche in Wiesdorf in den letzten Wochen und Monaten umgetrieben. Denn gemeinsam mit seiner Gemeinde hat er einen Gruß in die Zukunft vorbereitet – in einer Zeitkapsel.

Was sich nach futuristischer Zeitreise anhört, entpuppt sich als zuschweißbare Röhre, die am Mittwoch in die vergoldete Kugel unter dem Kreuz auf dem Kirchenturm eingesetzt wurde. Sollte die Christuskirche in hundert Jahren noch stehen und erneut sanierungsbedürftig sein, werden die zukünftigen Leverkusener die Kapsel und den Gruß aus ferner Vergangenheit entdecken.

Der Pfarrer freut sich über die Gelegenheit, der Nachwelt eine Botschaft zu hinterlassen: „Das ist etwas Besonderes. Es gibt gewisse Dinge, die macht man nur einmal im Leben.“ Entschieden hat sich der 49-Jährige für zwei Gemeindebriefe, die er in die Kapsel gepackt hat. Dazu einen Gruß von den Gläubigen: Mit gemaltem Regenbogen und Unterschriften. „Hallo, Menschen in ferner Zukunft“, begrüßen die Kinder der Gemeinde die zukünftigen Entdecker. Diejenigen, die heute fünf oder sechs Jahre alt sind, „haben ja noch die Chance, die nächste Sanierung mitzuerleben“, sagt Detlev Prößdorf. Wichtig war ihm aber auch, den zukünftigen Leverkusenern zu zeigen, wie die Welt im Jahre 2019 aussah: Dazu hat er unter anderem eine Ausgabe des „Leverkusener Anzeiger“ in die Zeitkapsel hineingepackt.

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Auch der „Leverkusener Anzeiger“ soll der Nachwelt erhalten werden und ihr zeigen, was im Jahr 2019 so passiert ist.

Was würde er persönlich seinem „Zukunfts-Ich“ sagen? Anweisungen geben? Prößdorf verneint. Wenn er sich vorstellt, was die Menschen 1930 oder 1950 in so einer Zeitkapsel gelagert hätten, sinniert er: „Es ist doch alles anders gekommen, als man denkt.“ Er sei froh, wenn es die Erde in hundert Jahren noch gebe, schmunzelt er.

Zweite Zeitkapsel nach 1904

Nun hat die Wiesdorfer Kirche also zwei Botschaften für die Nachwelt: In der Kugel an der Turmspitze, die bei der Gelegenheit gleich wieder an ihrem angestammten Platz installiert wurde. Und im Grundstein, der 1904 gelegt wurde. Was dort an historischen Dokumenten oder Schriften schlummert, weiß Prößdorf aber nicht.

Seit 2016 wird die Kirchenfassade aufwendig erneuert. War zuerst der Eingangsbereich dran, arbeiteten sich die Handwerker 2017 über die Nordseite bis hin zur Süd- und Westseite 2018. Bis Ende November, pünktlich zur Adventszeit, wolle man fertig sein, erklärt der Pfarrer . Das scheint realistisch: „Wir liegen im Zeitplan.“ Die Kosten sind allerdings gestiegen: Statt der kalkulierten 1,5 Millionen Euro werden die Arbeiten knapp 1,7 Millionen Euro verschlingen, zusätzlich muss nämlich noch der Dachstuhl saniert werden. Den Großteil der Kosten muss die Wiesdorfer Kirchengemeinde stemmen, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schießt insgesamt 170 000 Euro dazu, der Landschaftsverband Rheinland (LVR) ist mit 90 000 Euro dabei.

Nun, da die goldene Turmkugel samt Zukunfts-Botschaft in ihrem Bauch wieder am richtigen Platz ist, können auch erste Teile des aufwendigen Gerüsts abgebaut werden. Eines fragt sich Pfarrer Detlev Prößdorf aber: „Wenn die Menschen die Zeitkapsel irgendwann in der Zukunft öffnen – ob da der Wiesdorfer Bahnhof schon fertig gestellt ist?“