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DOSB entscheidet über BewerberWird die Sportstadt Leverkusen zur Olympiastadt?

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Olympische und Paralympische Champions: Britta Heidemann und Markus Rehm auf einem Trafohaus an der Bismarkstraße.

Olympische und Paralympische Champions: Britta Heidemann und Markus Rehm auf einem Trafohaus an der Bismarckstraße. 

Die Spannung im Rathaus ist groß vor dem Entscheid am Samstag

Olympiastadt Leverkusen – am Samstag entscheidet sich in Baden-Baden, ob das weiter eine denkbare Realität sein wird. Dann tritt die außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes zur Abstimmung darüber zusammen, ob Deutschland mit der Bewerbung von München oder Köln/Rhein-Ruhr in den internationalen Wettkampf um die Austragung der Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 gehen wird. 

Die Spannung im Rathaus ist groß. „Jetzt kommt der Moment, auf den alle gewartet haben“, sagt Oberbürgermeister Stefan Hebbel. „Wir können sagen: Wir sind bereit. Das Konzept steht, die Region steht dahinter und auch Leverkusen als Sportstadt hat sich deutlich im Bürgerentscheid im April positioniert.“ Fast zwei Drittel der Leverkusener, die an dem Ratsbürgerentscheid teilgenommen hatten, haben sich für Leverkusen als Mitaustragungsort ausgesprochen. Geplant sind Fußballspiele in der Bay-Arena und möglicherweise Trainingsflächen für die Sportler aus aller Welt. Sollte die Rhein-Ruhr-Bewerbung sich gegen München durchsetzen, geht sie weiter ans Internationale Olympische Komitee. Das will Mitte 2029 über die Vergabe der Spiele für 2036 entscheiden. Für die Jahre 2040 und 2044, die für Deutschland wohl eher in Frage kommen, steht noch kein Vergabetermin fest. 

Olympische und Paralympische Spiele können eine ganze Region für den Sport begeistern.
Steffi Nerius, Leverkusens Olympia-Botschafterin

Mit dem Zuschlag für die Olympischen Spiele gehen immer auch die Paralympics einher. Etwas, das Steffi Nerius als Leverkusens Olympia-Botschafterin besonders bewegt: „Gerade für Menschen mit Behinderung können die Paralympics unglaublich viel bewirken“, sagt die Silbermedaillengewinnerin von Athen 2004. „Wenn Menschen mit Behinderung mit ihren Leistungen sichtbar sind, verändert das die Wahrnehmung. Es baut Vorurteile ab und zeigt: Sport kennt keine Grenzen.“

Auch wenn Leverkusen im Gesamtkontext der Spiele nur eine kleine Rolle spielen würde: Alleine das Event in der Region zu haben, wäre ein großer Gewinn, sagt Nerius: „Olympische und Paralympische Spiele können eine ganze Region für den Sport begeistern.“ Dass Leverkusen sportbegeistert ist, hat sich nicht nur in der euphorisch gefeierten Doublesaison der Fußballer gezeigt. Leverkusen hat auch eine große olympische Historie: Alleine Athleten des TSV Bayer Leverkusen haben bei Olympischen Spielen 35 Medaillen gewonnen, darunter zehn Goldene. Dazu kommen 82 paralympische Medaillen, 32 davon in Gold. 

Von der Olympiabewerbung erhofft sich Stefan Pausch, Vorsitzender des Sportbundes Leverkusen, auch neue Impulse für den Leverkusener Sport: „Kinder und Jugendliche sehen Vorbilder und bekommen vielleicht selbst Lust, Sport zu treiben.“ Es gehe um die Strahlkraft und mögliche Investitionen in Sportstätten und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche. „Wir wünschen uns einen zusätzlichen Schwung für unsere zahlreichen und erfolgreichen Sportvereine, Athletinnen und Athleten“, sagt Pausch. 

Zwei der jüngsten beiden Goldmedaillengewinner im olympischen und paralympischen Sport finden sich einträchtig auf einem bemalten Trafo-Häuschen an der Bismarckstraße: Britta Heidemann, Goldmedaillengewinnerin im Degenfechten in Peking 2008, und Markus Rehm, fünffacher paralympischer Goldmedaillengewinner, zuletzt 2024 in Paris im Weitsprung. Sie sollen nicht die Letzten bleiben.


Watch-Party im Sport- und Olympiamuseum

Am Samstag, 26. September, entscheidet eine außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB im Kurhaus Baden-Baden über den deutschen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Stimmberechtigt sind die 42 olympischen Spitzenverbände mit jeweils drei Stimmen sowie zehn Mitglieder des DOSB-Präsidiums und acht persönliche Mitglieder – insgesamt 144 Stimmen. Für den Zuschlag sind mindestens 73 Stimmen nötig.

Das Ergebnis soll nach der Versammlung gegen 13.45 Uhr bekannt gegeben werden. Die Live-Übertragung in einer ARD-Sondersendung wird auch im Sport- und Olympiamuseum in Köln gezeigt. Die „Watch-Party“, zu der auch Oberbürgermeister Stefan Hebbel erwartet wird, ist öffentlich und eintrittsfrei. Einlass ist ab 11.30 Uhr.

Alles rund um den Entscheid gibt es am Wochenende aktuell auf www.ksta.de