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Klinik-ZusammenschlussBeschäftigte in Leverkusen fordern bessere Bezahlung

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Zur Gewerkschaftsaktion „Vorsicht, Glatteis“ vor dem Klinikum gehörte auch Speiseeis. Die Resonanz indes war verhalten.

Leverkusen – Leverkusen soll nicht das Maß der Dinge sein. Jedenfalls nicht beim Zusammenschluss des Klinikums mit dem Krankenhaus in Solingen – und ganz besonders nicht, wenn es um die Löhne in der Service-Gesellschaft des Klinikums geht: Sie liegen um bis zu 30 Prozent unter dem Tarif.

Doch jetzt wäre die Gelegenheit, die Lage zu verbessern: Wenn sich die Krankenhäuser in Leverkusen und Solingen unter dem Dach einer Holding zusammenschließen, muss für den Dienstleistungsbereich ein Tarifvertrag her: Solingen hat bisher nichts ausgegliedert, für alle Beschäftigten gilt der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes, der TVÖD. Die höchst unterschiedlichen Verhältnisse müssen angeglichen werden. Wie, muss in den nächsten Monaten ausgehandelt werden.

„Flagge zeigen“ vor dem Hauptgebäude

Ein Grund, Flagge zu zeigen. „Aktive Mittagspause“ heißt so etwas in Betriebsräte-Deutsch. Wolfgang Stückle, der die Belegschaft des Klinikums vertritt, sprach am Mittwoch die extremen Lohn-Unterschiede an.

Seit das Klinikum vor reichlich einem Jahrzehnt seine Dienstleister in einer eigens gegründeten Tochterfirma untergebracht hat, gibt es dort gar keinen Tarifvertrag mehr. Dagegen wirkt der Vertrag für den Öffentlichen Dienst, der zuletzt merklich verbessert wurde, wie ein Regelwerk aus dem Paradies.

Enorme Entgelt-Unterschiede

Um das zu verdeutlichen, verteilte Stückle vor dem Hauptgebäude zwei zusammengeheftete Fotokopien: Auf der ersten waren die Entgelte des TVÖD aufgelistet, auf der zweiten die der KLS. Ein Beispiel: Das Monatsgehalt in der Entgelttruppe 2 fängt bei 2122 Euro an und steigert sich auf 2730 Euro, die KLS zahlt 1921 Euro und kennt nur eine Steigerung auf 1977 Euro.

Ursula Weigert aus dem Betriebsrat des Solinger Krankenhauses (links) hört Verdi-Sekretär Arno Appelhoff zu.

Dazu kommt: Im Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes sind 38,5 Stunden pro Woche festgeschrieben, bei der KLS 40. Dass im Krankenhaus die Einkommen überaus unterschiedlich sind, strich die Solinger Betriebsräten Ursula Weigert heraus: „Oben wird klotzig verdient – die unteren Lohngruppen werden es nicht richten.“

Kurzbachs Versprechungen

Wann über diese Unterschiede gesprochen wird, ist unklar: Die Leverkusener Seite hat die Verhandlungen über den Klinik-Zusammenschluss ausgesetzt, weil in Solingen die Voraussetzungen fehlen. Zum Beispiel ist nicht klar, welche Bereiche in eine Service-Gesellschaft ausgegliedert werden und unter welchen Umständen das geschieht.

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„Niemand soll sich verschlechtern“, zitierte Arno Appelhoff den Solinger OB Tim Kurzbach, SPD. Das gibt ein Vertreter der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft sehr gerne weiter.

Hans-Peter Zimmermann sagte dazu am Mittwoch nichts. Der Klinikum-Geschäftsführer vermag auch nicht abzusehen, wann die Gespräche mit Solingen fortgesetzt werden können.