Leverkusen – „Ach, das ist doch ganz normal“, sagt Dagmar Schnarrenbach, als sie erfährt, dass ihre Nachbarin Margret Knigge sie und ihren Mann Dieter für unserer Serie „Leverkusener Engel“ vorgeschlagen hat. Ja, Blumen gießen und den Briefkasten leeren, wenn der Nachbar verreist ist, das ist üblich in guten Nachbarschaften. Für Magret Knigge geht der Einsatz der Schnarrenbachs in der Manforter Weiherstraße aber weit darüber hinaus. Katzenbetreuung – auch wenn diese Magen-Darm-Probleme hatte – und Einladungen zum Nachbarschaftsessen gehören dazu.
Blume pflanzen, Bäume stutzen
Vor allem aber auch die kleinen Aufmerksamkeiten der umtriebigen Senioren, die in diesem Jahr beide 80 geworden sind und die geplanten Geburtstagsfeiern wegen Corona nicht machen konnten. „Einmal kam ich aus dem Urlaub zurück und meine Blumenkästen waren neu bepflanzt“, sagt Knigge. „Naja, es soll ja schön aussehen“, sagt Dagmar Schnarrenbach. Oder, wenn Knigge sich beim Bäume beschneiden abmüht, und Dieter Schnarrenbach das sieht, mit der Leiter anrückt und auch mit 80 noch selbst darauf steigt.
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Dagmar Schnarrenbach ist in der Weiherstraße geboren. „Früher war das hier noch viel persönlicher, da kannte man jeden und hat sich gegenseitig geholfen“, erinnert sie sich. Die meisten von damals sind gestorben, viele neue zugezogen, von denen die Schnarrenbachs nicht mehr so viele kennen. Wie gelingt gute Nachbarschaft dennoch? „Ich denke, wichtig ist vor allem, dass man die Leute auch mal anspricht“, sagt Dieter Schnarrenbach. Die über 90-Jährige von nebenan, die kaum noch das Haus verlässt, sich dann aber doch freut, wenn sie auf der Straße mal ein bisschen plaudern kann. „Nur so kommt man ins Gespräch und bekommt auch mit, wenn es jemandem nicht gut geht oder er Hilfe braucht“, sagt der 80-Jährige.
Ende der Serie
Zum Jahresende haben wir in sieben Folgen Bürgerinnen und Bürger vorgestellt, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen, im Großen wie im Kleinen. Allen ehrenamtlich und privat engagierten Menschen in der Stadt gilt unser Dank - besonders in Krisenzeiten. (stes)
Oder, womit man jemandem eine Freude macht. Wie etwa der Mieterin, die über den Schnarrenbachs wohnt und deren Mann nur am Wochenende nach Hause kommt. Für sie kocht Dagmar Schnarrenbach gerne mit. „Für zwei kochen ist ja traurig, da koche ich lieber für drei“, sagt die Rentnerin, die trotz einer schmerzhaften Gürtelrose weder ihren Tatendrang noch die Fröhlichkeit verloren hat.
Eichhörnchen im Wohnzimmer
Nicht nur die Menschen in ihrer Umgebung versorgen die Schnarrenbachs. Im Hinterhof spielen drei zutrauliche Eichhörnchen Fangen, auf einem Baum wartet eine ganze Schar von grünen Halsbandsittichen darauf, dass der Besuch wieder geht und die Futterstelle frei gibt. „Wenn die Terrassentür offen steht, kommen die Eichhörnchen auch schon mal rein und schauen, was es bei uns so leckeres zu essen gibt“, erzählt Dagmar Schnarrebach. Vor der Tür liegen halbierte Walnüsse. „Das haben wir schon gelernt“, berichtet Dieter. „Die ganzen Nüsse vergraben die und dann sprießt es auf einmal aus allen Blumentöpfen. Die halbierten knabbern sie.“ Zu Weihnachten gab es vom Schwiegersohn eine schicke Futterstation für die kleinen, flauschigen Nachbarn.
Keine Langeweile
Langeweile kennen die Schnarrenbachs nicht. „Wir haben immer etwas zu tun, ob im Garten oder im Haus“, sagt Dagmar. Daher habe Corona sie auch nicht einsam gemacht. „Wir haben ja uns.“ Und die Nachbarn. Und die Eichhörnchen.



