Leverkusen – Vielleicht werden das Netzwerk gegen Lärm und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) doch nicht gegen einen Feststellungsbeschluss zum Bau der neuen Rheinbrücke vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig klagen.
Bereit wären sie dazu notfalls schon. Was Bürgerlisten-Chef Erhard Schoofs und seine Mitkämpfer in den Initiativen einzig vom Rechtsweg abhalten könnte wäre, dass Straßen NRW doch noch das von ihnen geforderte Alternativ-Konzept durchplanen und berechnen würde – anstelle der neuen Doppelbrücke über den Rhein und einer anschließenden Megastelze oder einem kurzen Tunnel in Küppersteg einen langen Tunnel von Alkenrath bis Merkenich für den Durchgangsverkehr zu bauen und für den Regionalverkehr eine neue Brücke auf den alten Pfeilern zu errichten.
Verhalten optimistisch
Optimismus, dass dieser Vorschlag plötzlich doch noch Gehör finden könnte, verbreitet Schoofs nach Abschluss des einwöchigen Erörterungstermins in Köln-Mülheim.
Dort sei von Seiten der im Verfahren entscheidenden Bezirksregierung Köln immer wieder interessiert und im Detail nachgefragt worden, was die Einwender vortrugen. Alles sei daraufhin auch ausführlich zu Protokoll genommen worden. Er selbst habe zumindest Mut gefasst, dass der lange Einsatz für einen Rheintunnel am ende doch noch Erfolg haben könnte. „Dann wäre uns jetzt der Durchbruch gelungen.“
Doch Schoofs dämpft auch gleich wieder allen Übermut: Letztlich seien die Bezirksregierung wie Straßen NRW weisungsgebundene Landesbehörden. Also werde die Landesregierung, im Zweifelsfall schließlich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, darüber entscheiden, was in Leverkusen gebaut werde – allein vorbehaltlich der Finanzierung durch den Bund.
In jedem Fall habe der persönliche, eine ganze Woche währende Einsatz bei der Anhörung in Mülheim sich gelohnt, ihm viele neue Informationen und Kontakte eingebracht.
„Wir haben uns ganz gut geschlagen“, sagt Schoofs. Bezeichnend sei es, dass sich die Stadtspitze solche Mühe nicht gemacht habe, von einer Stippvisite der Baudezernentin und des Kämmerers zu Beginn einmal abgesehen.
Auch vom Stadtrat habe sich außer ihm selbst nur Hans Klose von der SPD blicken lassen und für die Grünen deren Ex-Ratsherr Klaus Wolf. Von manchen markigen Ankündigungen sei da nichts zu sehen gewesen. (ger)
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