Die LVR-Klinik Langenfeld, die auch für Leverkusener Patienten zuständig ist, hat eine düstere Vergangenheit, die nicht in Vergessenheit geraten soll. Wo heute eine moderne psychiatrische Fachklinik beheimatet ist, war in den 1940er Jahren eine sogenannte Zwischenanstalt. Diese nutzten die Nationalsozialisten um Patientinnen und Patienten aus dem Rheinland zu sammeln, um sie im Rahmen der NS-Euthanasie Hitlers unter anderem in die frühere Tötungsanstalt Hadamar zu transportieren und dort zu ermorden.
Wie jedes Jahr begeht die LVR-Klinik Langenfeld am 27. Januar 2020, dem bundesweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, einen Gedenktag, um die Erinnerung an diese Gräueltaten wachzuhalten und der ermordeten Patientinnen und Patienten zu gedenken.
In diesem Jahr beginnt die Veranstaltung um 16 Uhr mit dem Innehalten und der Kranzniederlegung an dem Gedenkstein an der Lindenallee. Im Anschluss (gegen 17 Uhr) wird im Festsaal der Klinik ein beeindruckender Film über den damals 13-jährigen Ernst Lossa gezeigt, der sich Anfang der 1940er Jahre mutig gegen das menschenverachtende System wehrte. Die LVR-Klinik bittet um Anmeldung bis zum 17. Januar unter 02173 102 1015 oder per Mail.
Stationsgebäude eingeweiht
Die LVR-Klinik, die auch Leverkusener Patienten offensteht, hatte kürzlich im November das „Haus 60“ eingeweiht, ein neues Stationsgebäude. Die Fertigstellung war später als geplant – rund drei Jahre waren seit dem Richtfest vergangen. 144 Patienten-Betten und Zweibettzimmer mit Nasszelle stehen nun bereit. Die Kosten für das Projekt liegen bei 31,5 Millionen Euro.
Im Zuge einer Dezentralisierung wurde bereits im vergangenen Sommer ein Behandlungszentrum mit 40 Betten und einer Ambulanz in Solingen in Betrieb genommen. In Leverkusen ist ein weiteres Behandlungszentrum mit 30 Betten, 30 Plätzen in der Tagesklinik und einer Ambulanz für Anfang 2021 geplant. (stes/lei) anmeldung.langenfeld@lvr.de