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Messfeier mit zahlreichen Zaungästen

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Die Prozession zog auf ihrem Weg durchs Stadtgebiet auch über die Gustav-Heinemann-Straße.

Die Veranda auf der Rückseite von Schloss Morsbroich war Donnerstag eine Bühne der anderen Art: Unter dem weißen Zelt war ein Altar platziert. Eine große Schar Messdiener umsäumte ihn. Daneben stand ein E-Piano. Die Katholiken feierten Fronleichnam und das unter freiem Himmel. Orgel und Kirchenbänke fehlten, was der Messfeier keinen Abbruch tat, wurde der Pianist doch enthusiastisch unterstützt von einer Gruppe junger Bläser und zahlreicher Chorsänger, mit denen Chorleiter Markus Huperz eine imposante musikalische Begleitung vorbereitet hatte. Ihm lauschten die Kommunionskinder, die in ihren weißen Kleidern und kleinen Anzügen der Messe in der ersten Reihe beiwohnten. Neben der eingeschworenen Glaubensgemeinschaft machten auch viele Passanten halt. So säumte ein Halbkreis aus Kinderwagen, Fahrrädern und Rollatoren die Messe, zwar in sicherer Entfernung, doch schien die offene Messe erfolgreich zum Anhalten und Zuschauen eingeladen zu haben. Kaplan Lars Spohr führte durch die Messe und sprach auch an diesem heiligen Fest die Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre und Jahrzehnte an.

So feierlich der Anlass, so ungewohnt liefen einige Aspekte der sonst klar vorgegebenen heiligen Feier ab. Die engen Reihen an weißen Klappstühlen, die im Schlosspark alljährlich zu Fronleichnam die stabilen Holzbänke der Kirchenschiffe ersetzen, sorgten kurz vor dem Gebet für hektisch ausgetauschte Blicke. Schnell war aber klar: Heute muss sich zum Gebet nicht hingekniet werden.

Schützen in Vereinstracht

Nach der Messe begann die Prozession am Schloss.

Dafür wäre gar kein Platz gewesen. Auch die Schützenbruderschaft Sankt Sebastianus vermittelte eher ein Gefühl von Volksfest statt sakraler Preisung, denn sie nahmen die Kollekte entgegen und das in ihrer Vereinstracht – eigentlich passend, zog die Prozession doch auf ihrem Weg einmal durch das Schlebuscher Stadtfest.

Manch ein Passant am Rand das Parks schrak kurz zusammen, als der Pfarrer im heiligen weißen Umhang währen der Messfeier auf ihn zugeeilt kam. Eigentlich steuerte er nur den alten VW-Bus mit abgeblätterter Farbe an, dessen quietschende Schiebetür er hastig öffnete. Eine Kuriose Szene am Rande, doch irgendwohin muss die Kollekte schließlich weggesperrt werden. Die katholischen Pfarrgemeinden St. Albertus Magnus aus der Waldsiedlung, St. Andreas und St. Thomas Morus aus Schlebusch, St. Joseph aus Manfort und St. Johannes der Täufer aus Alkenrath feierten so bei strahlendem Sonnenschein unter dem Himmelszelt das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi. Die Prozession im Anschluss zog an ihren Kirchen vorbei zu Sankt Andreas, wo die geweihte Hostie, nach der Transsubstantiation der tatsächliche Leib Christi, den abschließenden Segen erfuhr. Eine Wolke aus Weihrauch ließ die Glaubensgemeinschaft in den Gassen von Schlebusch zurück.