- Ein Umweltbus des Landes machte im Neulandpark Halt, um mit Achtklässlern die Artenvielfalt zu untersuchen
Das Wasser der Dhünn wird immer besser, wissen nun auch die Schüler des Biologiekurses der achten Klasse der Realschule am Stadtpark. Sie haben mit Unterstützung des „Lumbricus“, dem Umweltbus der Natur- und Umweltschutzakademie NRW, die Dhünn neu entdeckt.
Mit Gummistiefeln wateten sie auf dem renaturieren Stück der Dhünn nahe der Hängebrücke am Neulandpark durch das knietiefe Gewässer. Ein kleines, blaues Zelt diente als mobiles Labor, wo Material und Proben gelagert wurden. Trotz einsetzendem Nieselregen und Wasser, das in die Stiefel schwappte, erreichten die Schüler am Freitag sichtlich zufrieden mit ihrem Ergebnis kurz vor elf den großen Bus vor dem Haupteingang des Neulandparks.
Jamie, 12, und Louis, 13, waren die Vorhut. Sie trugen die Messgeräte und Wasserproben, mit denen sie drei unterschiedlich Salzgehalte der Dhünn gemessen haben. „Seit dem zweiten Halbjahr der siebten Klasse nehme ich am Neigungskurs Bio teil“, erzählt Jamie. „Mich interessiert das Fach einfach.“ Von der Dhünn habe er bisher noch nicht viel Ahnung gehabt, daher sei er gespannt, was nun bei der Auswertung herauskomme. Kurz darauf kommen auch die Mitschüler, gemeinsam mit ihrer Lehrerin Ulrike Möhring und Ottmar Hartwig, von der Natur- und Umweltakademie, den „Lumbricus“. Wasserschalen mit Kleinstlebewesen wie Egel und Bachflohkrebse werden auf die Labortische im Inneren des Busses gestellt. Draußen heißt es währenddessen: Stiefel aus. „Ich war gut vorbereitet und habe allen gesagt, sie sollen trockene Socken mitnehmen“, lacht Möhring. „Von einer Kollegin habe ich vom Umweltbus gehört. Ein Dreivierteljahr mussten wir warten, bis ein Termin frei war.“
Keine Seltenheit, bestätigt Hartwig. „Der Bus ist stark nachgefragt. Auch hier am Neulandpark habe ich schon häufiger Station gemacht.“ Nach einer kurzen Pause soll es dann losgehen mit der Auswertung. Die Schüler werden an den mit Mikroskopen ausgestatteten Labortischen ihre Proben in Augenschein nehmen. Unter dem mit einem Bildschirm verbundenen großen Mikroskop am Vorführtisch, können die kleinsten Partikel und Tiere sogar stark vergrößert über den Bildschirm gezeigt werden.
„Ich speicher anschließend die Ergebnisse mit Kommentaren der Schüler, ihrer Lehrerin und mir und erstelle einen Film, den der Biokurs mitnehmen kann.“
Eine Möglichkeit, die der übliche Biounterricht nicht bietet, freut sich Möhring. „Der praktische Unterricht macht nicht nur den Schülern Spaß, sie behalten auch mehr“, ist sich die Pädagogin sicher. „Mein Ziel ist erreicht, wenn die Schüler im Anschluss verstanden haben, dass ein Fluss, wenn er renaturiert wurde wie die Dhünn, langfristig über eine große Artenvielzahl verfügt. Diese ist wichtig für die Sauberkeit des Flusses und damit für uns alle.“ Wer hier ein Bewusstsein bei jungen Menschen für ihre Umwelt schaffe, hätte die größte Chance, dass auch ältere Generationen ein Teil davon mitnähmen.
