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MobilitätskonzeptLeverkusener Umfrage wird der Verkehrswirklichkeit nicht gerecht

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Stau auf der Bundesstraße 8 in Leverkusen.

  1. Leverkusen befragt derzeit Bürger zur Verkehrssituation in der Stadt.

Leverkusen – Gut, dass etwas passiert. Schlecht, dass der Verkehrszensus, den die Stadt in diesen Wochen erhebt, die Wirklichkeit nur lückenhaft abbildet. Leverkusen ist eine Stadt der Ein- und Auspendler. Und eine Stadt des Transitverkehrs. Für diese Erkenntnis reicht ein Blick auf die B 8 an einem beliebigen Werktag. Und seit Jahren lenkt der Brückenstau auf dem Weg nach Westen weitere Blechlawinen in die Stadt. Oder der Kollaps, wenn das Autobahnkreuz überlastet ist. Auch fast täglich.

In sehr naher Zukunft wird sich das verschlimmern. Spezialisten sagen nichts weniger als ein jahrelanges Verkehrschaos voraus, wenn die neue Rheinbrücke gebaut wird, danach die Autobahnen in der Stadt aufgebohrt werden. Die Verkehrsverhältnisse werden sich fundamental verändern. Über viele Jahre. Was bringt es da, die Leverkusener im Frühjahr 2016 nach ihren Wegen zu fragen? Und daraus Schlüsse zu ziehen?

Dringendere Probleme

Besser wäre es, sich bereitzumachen. In ein paar Monaten soll Straßen NRW – endlich – eine Untersuchung vorlegen, wie sich während der jahrzehntelangen Autobahn-Bauzeit die Verkehrsströme verteilen werden. Darauf muss reagiert werden. Blitzartig. Die Wupsi braucht Busspuren, um einen Umstieg auf größere Gefäße, wie es im Planer-Deutsch heißt, sinnvoll zu machen: Busse, die im selben Stau stehen wie die Autos, bringen gar nichts. Die Radler brauchen bessere Bedingungen. Und es muss einen erneuten Anlauf geben, den Chempark-Firmen ein Jobticket schmackhaft zu machen. Speziell das klingt visionär, weil da mit dem VRS und dem VRR zwei Verkehrsverbünde zusammenarbeiten müssten. Und die vielen Dienst- oder sonst wie vom Arbeitgeber gesponserten Wagen unterm Bayerkreuz sind auch kein Anreiz zum Umstieg auf Bus und Bahn.

Das alles ist sehr viel dringender als eine noch so professionell gemachte Umfrage, wie der Leverkusener sich im Moment innerhalb der Stadt bewegt. Sonst bewegt sich bald gar nichts mehr.