Laut dem Mitglied des AOK Vorstandes Matthias Mohrmann herrscht Ärztemangel in Deutschland: „In Kombination mit dem demografischen Wandel entsteht eine stetig wachsende Versorgungslücke.“ Zukünftig soll „Monika“ diese Lücke schließen. Am Donnerstagmorgen stellten die AOK Rheinland/ Hamburg und das Regionale Gesundheitsnetz Leverkusen ihre gemeinsame Versorgungsinitiative vor. Durch eine intensivere Betreuung von mehrfach erkrankten Menschen soll einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes vorgebeugt werden. Das Angebot richtet sich vor allem an Patienten mit einer fortgeschrittenen Pumpschwäche des Herzens auch Herzinsuffizienz genannt, chronisch obstruktiven Lungenerkrankung oder peripheren arteriellen Verschlusskrankheit im Raum Leverkusen.
Lediglich AOK-Versicherte können an dem Pilotprojekt teilnehmen. Das Kernobjekt des Programms sind die speziell geschulten Monitoring- und Kommunikationsassistentinnen, kurz „Monikas“. Sie sollen die bestehende Struktur aus Patienten und Ärzten optimieren. „Durch eine intensive Begleitung wird die Selbstständigkeit und Therapietreue der Erkrankten gestärkt“, erklärte Nicole Balke vom Gesundheitsnetz. Derzeit sind fünf „Monikas“ beim regionalen Gesundheitsnetz angestellt und werden von insgesamt 80 Haus- und Fachärzten fallbezogen eingesetzt. Die Behandlung eines mehrfach Erkrankten wird in der Regel von verschiedenen Ärzten durchgeführt.
Durch die Nutzung einer elektronischen Patientenkarte, kann die Kommunikation zwischen den unterschiedlich behandelnden Medizinern erleichtert werden. Die Pflegekraft ist in diesem Projekt die leitende Hand. Im persönlichen Kontakt kann „Monika“ medizinische Werte und Erkenntnisse der Patienten gewinnen und diese digital an den behandelnden Arzt übermitteln.
So erhalten die beteiligten Ärzte einen Gesamtüberblick über den Gesundheitszustand des Patienten. „Durch die digitale Vernetzung wird die Versorgungsqualität verbessert. Von beteiligten Ärzten wird das Projekt als enorme Arbeitserleichterung angesehen“, sagte Mohrmann. Laut Nicole Balke ist auch die medikamentöse Behandlung durch das Programm transparenter: „Die Einnahme der Arzneimittel wird von unserem Fachpersonal kontrolliert.“
Auch die wirtschaftlichen Aspekte müsse man berücksichtigen. „Durch die vorbeugenden Maßnahmen entfällt ein überflüssiger Transport in ein Krankenhaus sowie der Wochenendaufenthalt in einer Klinik“, erklärte Mohrmann. Vor zwei Jahren präsentierte das Gesundheitsnetz gemeinsam mit der pronova BKK ein ähnliches Pilotprojekt mit dem Namen „Mambo“. Auch hier stand die Verbesserung des Versorgungsnetzwerkes im Vordergrund. Das „Mamboprojekt“ erhielt Fördermittel aus dem Innovationsfonds und endet Mitte 2020.
Auch „Monika“ ist ein Pilotprojekt, doch finanziert wird das Versorgungsprogramm nicht über einen Fonds sondern von der AOK. In den kommenden zwei Jahren wolle man bis zu 370 Menschen betreuen.
Matthias Mohrmann,
Mitglied im AOK Vorstand
