Die ersten Nachtigallen dieses Jahres lassen am Kurtekotten ihren charismatischen Gesang hören. Nach der Überwinterung in Afrika sind die Vögel zurück, um zu brüten. Das ist umso erfreulicher, denn ihr Bestand ist in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen: „In den achtziger Jahren hatten wir bis zu 15 Brutpaare der Nachtigall in Leverkusen. Das ist leider Vergangenheit“, sagt Erich Schulz, Vorsitzender des Nabu Leverkusen. Heute steht die Nachtigall auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel in Nordrhein-Westfalen, landesweit gab es 2015 geschätzt höchstens 10 000 Brutpaare.
Gründe für den Rückgang sieht Schulz im intensiven Pestizideinsatz, der auf Feldern für weniger Insekten sorge – in den vergangenen 30 Jahren ging ihr Bestand um 75 Prozent zurück –, einer Hauptnahrungsquelle der Vögel. Auch geeignete Brutstätten gebe es immer seltener. Den Leverkusenern legt Schulz ans Herz, Lebensmittel aus der Region, möglichst in Bioqualität zu kaufen. Denn für deren Produktion kämen weniger Schädlingsbekämpfungsmittel zum Einsatz.
Im eigenen Garten seien einheimische Pflanzen eine gute Nahrungsquelle für Insekten, die wiederum Nachtigallen anlockten. Die Vögel, die eher in unauffälligem Braun gefiedert sind, bauen ihre Nester am liebsten im Unterwuchs und Halbschatten, am Boden oder dicht darüber. Vom 1. bis 20. Mai legen die Weibchen vier bis sechs olivgraue oder -braune Eier, aus denen rund 14 Tage später Junge schlüpfen. Bereits elf Tage später hopsen die bereits aus dem Nest. Erich Schulz bittet die Leverkusener darum, sich bei ihm per E-Mail zu melden, sollte man einen oder mehrere der Vögel erspähen. (dre) Erich.Schulz@nabu-leverkusen.de

Die Nachtigall
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