Bei extremem Niedrigwasser wird am Rhein ein Schiffswrack sichtbar. Sein Besitzer ist nach einer Haftstrafe spurlos verschwunden.
Wegen Niedrigwasser sichtbarDie tragische Geschichte hinter diesem Wrack im Rhein

Bei extremem Niedrigwasser ist das Wrack am Rhein bei Dormagen zu sehen.
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Nördlich von Köln, zwischen Dormagen und Neuss, bietet sich am Rhein derzeit ein ungewöhnliches Bild: An der Mündung des Flusses in den Silbersee ist ein altes Wrack sichtbar geworden.
Dabei handelt es sich um einen Aalschokker, der in den 1990ern unterging. Er liegt aufgrund des extremen Niedrigwassers beinahe komplett im Trockenen – ein seltener und gespenstischer Anblick, der sich allerdings zuletzt immer häufiger bot.
In den Dürresommern 2022, 2018 und 2003 kam das Wrack bereits zum Vorschein. Ist der Wasserstand normal, schaut nur die Mastspitze aus dem Wasser. Einst gehörten solche Boote zum gewohnten Bild am Rhein bei Zons oder Neuss, da der Fischfang für zahlreiche Familien das Einkommen sicherte. Das berichtet „rp-online.de“.
Besitzer nach Haftstrafe und gescheiterter Bergung verschwunden
Das Wrack sieht mit seinen schlammbedeckten Teilen aus wie ein Geisterschiff aus einem Kinofilm. Dennoch kann man die Windenräder noch klar erkennen. Die Vergangenheit des Kahns ist mindestens ebenso unheimlich: Erbaut wurde er wahrscheinlich um das Jahr 1906.
Der letzte Besitzer soll bis in die 90er-Jahre mit dem Boot als Fischer zwischen Neuss-Grimlinghausen und dem Silbersee gearbeitet haben. Dann soll er versucht haben, seine Ex-Freundin und deren neuen Partner zu töten. Er wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Nach seiner Freilassung bemühte er sich ohne Erfolg um finanzielle Mittel für die Hebung seines Schokkers. Was danach aus ihm wurde, weiß man bis heute nicht.
Das Wrack liegt derweil weiter in der Mündung. Aktuell stört sich anscheinend niemand an dem untergegangenen Boot, und es existieren keine Pläne für eine Entfernung. Ein Risiko für den Schiffsverkehr geht von dem Aalschokker an seinem Standort nicht aus.
Im heißen Sommer 2003 wurde darüber nachgedacht, das Boot zu bergen und als eine Form von Denkmal an Land zu präsentieren. Die Vorhaben wurden jedoch wieder fallengelassen – unter anderem, da die Zustimmung des nicht auffindbaren Besitzers nötig gewesen wäre.
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Köln erkennt ebenfalls keine Notwendigkeit zu handeln. Wasserbaumeister Josef Zimmermann sagte 2003: „Solange das Wrack keine Gefahr für die Schifffahrt bedeutet, stört es uns nicht.“ (red)