Abo

NRWGefangener aus eigenem Willen verdurstet und verhungert

2 min
Innenraum eines Gefängnis

Symbolbild

Fröndenberg – In Nordrhein-Westfalen soll nach Behördenangaben ein Untersuchungshäftling aus eigenem Willen verdurstet und verhungert sein. Der 67-Jährige starb bereits am 13. Dezember im Haftkrankenhaus Fröndenberg, wie aus einem aktuellen Bericht der Vollzugskommission im Rechtsausschuss des Landtags hervorgeht. Das Justizministerium bestätigte den Vorgang gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Wie ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion erläuterte, befand sich der Mann aus Sicht der Behörden nicht in einem Hungerstreik – da er keine Forderungen gestellt hatte. Er habe aus unbekannten Gründen die Aufnahme von Nahrung eingestellt und sei schließlich an Organversagen gestorben. Bevor er in das Haftkrankenhaus überstellt worden war, habe er bereits in seiner eigentlichen JVA nichts mehr gegessen und getrunken. Der Mann habe wegen Totschlagsverdachts in Untersuchungshaft gesessen.

Kontakte | Hier wird Ihnen geholfen

Wir gestalten unsere Berichterstattung über Suizide und entsprechende Absichten bewusst zurückhaltend und verzichten, wo es möglich ist, auf Details. Falls Sie sich dennoch betroffen fühlen, lesen Sie bitte weiter:

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote.

Der Bericht der Vollzugskommission listet insgesamt 56 Todesfälle in den Justizvollzugsanstalten des Landes 2020 auf. Darunter auch 23 Suizide und eine Tötung: Ein Häftling war in der JVA Münster von einem Spezialeinsatzkommando erschossen worden, als er eine Bedienstete als Geisel genommen hatte. (dpa)