Wipperfürth – Reisefreudig und neugierig auf andere Länder und Kulturen sind Ilka und Günther Weingärtner schon lange. Zahlreiche große Reise nach Afrika, Indien oder Bali unternahm das Ehepaar. Doch jetzt nehmen die beiden länger Abschied, das Haus wird verkauft und sie haben sich mit großem Aufwand einen weltreisetauglichen Lkw aufbauen lassen und ihn auf mehreren Reisen schon erprobt. Denn es soll rund um die Welt gehen, zehn Jahr lang - so der Plan.
Job gekündigt und Haus verkauft
"Was danach kommt, wissen wir noch nicht, vielleicht bleiben wir irgendwo und lassen uns nieder", sagt die 43-jährige Ilka Weingärtner. Sie hat für den Traum ihre Beruf als Entwicklungsingenieurin gekündigt. Ihr Mann (60) ist im Vorruhestand und hat bei der gleichen Firma gearbeitet.
Auswandern wollte das Ehepaar schon vor einigen Jahren, nach Namibia, doch die politische Situation erschienen ihnen nicht sicher genug. Seit 2007 trieb die Weltenbummler die Idee von einer Weltreise um und sie schmiedeten nicht nur Pläne, sondern suchte ab 2008 gezielt ein geeignetes Fahrzeug. Und das war gar nicht so einfach, denn es sollte möglichst keine Elektronik haben, damit es auch in entlegenen Winkel der Erden mit einfachen Mitteln repariert werden kann. Schließlich wurden sie fündig und ein aufwendiger Umbau begann. Der reicht von einem größeren Radstand über einen speziellen Rahmen und flexibel aufgehängten Aufbau über die Spezialtanks und die bis ins Kleinste durchdachte Ausstattung: Spezialfenster, eine aufwendig gedämmte Wohneinheit samt Spezialheizung, selbst das Bett ist heizbar, Sonnenkollektoren auf dem Dach und vieles mehr. Auf drei Reisen wurde das Fahrzeug erprobt und weiter verbessert.
Eine grobe Vorstellung ihrer Weltreise haben die Ilka und Günther Weingärtner schon, aber nach zwei bis drei Jahren wollen sie kurz nach Deutschland zurückkehren, um das Fahrzeug überholen zu lassen. Das Paar startet in Kanada, bis Oktober will es die Rocky Mountains passiert haben, nicht auf den großen Highways, sondern auf kleinen Straßen. Erleben, genießen, offen für Menschen und die Natur sein, dass ist ihre Devise. Die Verbindung zur Heimat wird über Internet aufrechterhalten und natürlich werden sie sich über die politischen Ereignisse in der Welt regelmäßig informieren, denn davon ist abhängig, wann und wie sie nach und durch Afrika fahren werden. Nach Kanada stehen die USA auf dem Programm . "Und dann sind sicher zwei Jahre um", meint Günther Weingärtner. Die Anden und Südamerika sind ein weiteres Ziel, ebenso wie Australien, Neuseeland, Thailand, Vietnam, Indien oder Nepal.
Im Haus ist alles schon verpackt und in einen großen Seecontainer ausgelagert. "Wer weiß, wenn wir uns irgendwo niederlassen, können wir ihn uns nachschicken lassen", sagt die 43-Jährige. Das Reisefieber steigt, der Lkw ist fertig, denn das Funkgerät, über das die Weltreisenden auch im Notfall immer eine Verbindung und damit Hilfe erreichen können, ist eingebaut. Am Montag, 27. Mai, wird der Lkw nach Kanada verschifft, am 10. Juni steigt das Paar in den Flieger nach Halifax, wo die große Abenteuerreise startet. Das Paar will regelmäßig berichten.
