Belmicke – Im Keller von Matthias Grütz herrscht ständig Durcheinander – nicht an Werkzeugen oder Blumentöpfen, Gartengeräten oder Baumaterial. Matthias Grütz lebt in einem Durcheinander der Jahreszeiten. Denn im Sommer baut er Krippen, im Winter auch mal einen Gartenstuhl oder ein Vogelhaus. Häuschen kann man die großen Luxusvillen aus sorgfältig bearbeitetem Holz für Piepmätze nämlich wahrlich nicht mehr nennen.
Während Matthias Grütz es sich in einem seiner Gartenstühle bequem macht, berichtet er, dass die Liebe zum Werkstoff Holz ein Erbe seines Vaters Paul ist. Und Paul Grütz war es auch, der vor rund 40 Jahren zu Weihnachten Kinderaugen mit seiner großen Krippe und dem leuchtenden Stern darüber, die stets den meisten Platz in der guten Stube einnahm, zum Strahlen brachte. Heute verbindet Matthias Grütz diese beiden Dinge – meist im Sommer.
Werkstatt in Belmicke Ende 2013 eingerichtet
Ende 2013 richtete der 60-Jährige sich in seinem Belmicker Haus die Werkstatt ein und dachte sich anschließend: „Jetzt könntest du tatsächlich auch mal etwas Größeres in Angriff nehmen.“ In den unerschöpflichen Quellen des Internets fand sich eine Bauanleitung für einen Schaukeltrecker. „Den habe ich auf gut Glück gebaut und nur wenig später verkaufen können.“ Die zweite Anfrage nach dieser Alternative zum Schaukelpferd kam schnell, Matthias Grütz erweiterte sein Angebot um Gartenstühle aus Fichte für Kinder und Erwachsene, die er im Rohzustand verkauft: „Die Gestaltung des Stuhls mit Klarlack oder Farbe möchte ich nicht vorgeben. Das soll jeder selber entscheiden.“
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Seine alpenländischen Krippen bestechen durch liebevolle Details. Es ist ihnen anzusehen, dass sie individuelle Einzelstücke sind. Lediglich die Maße stimmt der gelernte Fotograf auf die Größe der gängigsten Krippenfiguren mit einer Höhe von etwa zwölf Zentimetern ab. Kundenwünsche erfüllt er gerne, durch den Wald wandert er immer mit suchenden Augen. So wird unter anderem Wurzelwerk zum Baum neben der Krippe, Rindenstücke verschönern das Haus. „Meine Krippen sind im Grunde sogar eine Möglichkeit, Dinge zu recyceln“, verrät er lachend.
Wege aus getrocknetem Kaffeesatz
Denn aus getrocknetem Kaffeesatz lassen sich Wege gestalten, eingefärbtes Sägemehl wird zur Wiese und die Bodenplatten sind Stücke von Sperrholz, die ein Holzhändler in einem Nachbardorf sonst wegwerfen würde.
Dass Matthias Grütz mittlerweile auch Urnen baut, erzählt er nach der Besichtigung dutzender Vogelhäuser und Krippen. Dabei kooperiert er mit einem Bergneustädter Unternehmen.
So baut der Belmicker Saloons, in die die Asche des Verstorbenen gebettet werden kann, großformatige Bibeln aus Holz oder erfüllt auch hier Kundenwünsche. „Ich habe sogar einen Leuchtturm im Angebot – für Menschen, die das Meer und die Küste lieben. Der wurde immerhin schon sechsmal gewünscht.“ Bis in die USA wurden seine Urnen schon verkauft. Auch die Krippen, die ihn mindestens 40 Stunden Arbeit, meist aber mehr, kosten, sind schon nach Schweden, nach Südtirol und in den Bayerischen Wald umgezogen.
Wer sich für Gartenstühle, Vogelhäuser oder Krippen interessiert, kann mit Matthias Grütz über das Internet Kontakt aufnehmen.



