Knappe Mehrheit in der Bürgerbefragung: Die Menschen sprechen sich gegen zusätzliche Windräder auf dem Beulberg aus.
51,8 Prozent dagegenMehrheit in Bergneustadt gegen Windräder

5394 Menschen beteiligten sich.
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Vier Wochen hatten die Bergneustädterinnen und Bergneustädter Zeit, um sich zum Thema Windkraft im Stadtgebiet zu äußern. Vier Wochen, in denen Windkraft-Befürworter wie auch Gegner mit Veranstaltungen, persönlichen Ansprachen und über Social Media versuchten, Unentschlossene auf ihre Seite zu ziehen. Die sogenannte informelle Bürgerbefragung in Bergneustadt war ein Novum in Oberberg – der speziellen Tatsache geschuldet, dass die Stadt und der Oberbergische Kreis (ausnahmsweise) direkten Einfluss auf die Errichtung von Windrädern auf dem Beulberg haben.
Knappe Mehrheit lehnt beide Windkraft-Optionen ab
Nun steht das Ergebnis der Befragung fest, am Mittwoch haben Stadt und Kreis die genauen Zahlen gemeinsam veröffentlicht. Das Wichtigste vorweg: Eine knappe Mehrheit lehnt Windkraft auf dem Beulberg ab. 51,8 Prozent der Befragten votieren gegen die Bereitstellung von Waldflächen des Kreises für den Bau von bis zu zwei Windrädern (Frage 1) und 52,7 Prozent sind gegen die Schaffung von Planungsrecht durch die Stadt, das den Bau eines weiteren Windrades ermöglichen könnte (Frage 2).
Thul und Grootens: Ziel der Befragung erfüllt
Bürgermeister Matthias Thul und Landrat Klaus Grootens waren sich am Mittwoch einig, dass das Ziel der Befragung, den politischen Gremien des Stadtrates und des Kreistages ein Meinungsbild zu geben, erfüllt wurde. „Ich halte es nach wie vor für richtig, dass wir diese Befragung durchgeführt haben. Es ist klug, die Bürger vor Entscheidungen, die die Stadt für die nächsten 20 oder 30 Jahre prägen, einzubeziehen“, sagte Thul. Und weiter: „In welche Richtung die Mehrheit bei dem Thema denkt, war lange unklar. Nun haben wir ein Ergebnis.“
Die Mehrheit stimmte online ab
Insgesamt hatten Stadt und Kreis 13.984 Fragebögen verschickt, davon kamen 5394 zurück – was einer Beteiligung von 39 Prozent entspricht. Rund 30 Prozent der Teilnehmer antworteten schriftlich, die allermeisten stimmten online ab. Bei der ersten Frage wurden schließlich 2585 Ja-Stimmen gegen 2782 Nein-Stimmen gezählt, bei Frage 2 setzten sich die Windkraft-Gegner mit 2830 gegen 2539 Stimmen durch.
Deutliche Unterschiede zwischen den Stimmbezirken
Von Anfang an hatte das Bergneustädter Rathaus dafür plädiert, die Ergebnisse nach den einzelnen Stimmbezirken aufzuschlüsseln. Tatsächlich liefern diese Detailangaben nun interessante Erkenntnisse. So sprachen sich die beiden Hackenberger Bezirke (also die Menschen, die dem Beulberg am nächsten leben) klar gegen die Windkraft aus (458 zu 201 bzw. 460 gegen 198). Auch in den beiden Stimmbezirken in Wiedenest und in Pernze hatten die Skeptiker eine deutliche Übermacht – dort ist Windkraft ebenfalls ein Thema, das die Menschen direkt betrifft, allerdings eher die geplanten Anlagen in der Sülemicke, nicht die auf dem Beulberg. Auf der Belmicke wiederum, ebenfalls nahe der Sülemicke, stimmten die Menschen dagegen knapp für Windkraft auf dem Beulberg (224 gegen 208). Klar punkten konnten die Befürworter in der Altstadt und vor allem in Sessinghausen – die Kritiker dürften argumentieren, dass man dort, an der Grenze zu Derschlag, ja auch weit weg von Einflüssen durch die Windräder lebt.
Politik berät ab Anfang 2027
Das Ergebnis der Befragung wird nun von der Politik diskutiert werden. Bürgermeister und Landrat kündigten gestern an, die weitere Beratung werde Anfang 2027 beginnen. (sfl)
