Als erste oberbergische Kommune hat die Stadt Bergneustadt ihre Kommunale Wärmeplanung bereits beschlossen.
ZukunftskonzeptBergneustadt hat Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen

Die Wärmepumpe wird auch in Bergneustadt Standard.
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Als erste oberbergische Kommune hat die Stadt Bergneustadt ihre Kommunale Wärmeplanung bereits beschlossen. Gegen die Stimmen von AfD und UWG votierte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung für das gut 160 Seiten starke Konzept, das die Wuppertaler Firma BMU Energy Consulting seit dem August 2024 angefertigt hat.
Wenn Leitungen für neue Wärmenetze hätten verlegt werden müssen, hätten wir das rechtzeitig in die Arbeiten einplanen können.
Eigentlich hätte Bergneustadt bis zum 30. Juni 2028 Zeit gehabt, einen solchen Plan aufzustellen. Warum die Stadt die Vorreiterrolle in der Region übernahm, erklärte Bürgermeister Matthias Thul den Stadtverordneten so: „In unserem Stadtgebiet stehen in den kommenden Jahren eine ganze Reihe von Baustellen an. Wir wollten frühzeitig Planungssicherheit für die Bürgerschaft und die Stadt. Wenn Leitungen für neue Wärmenetze hätten verlegt werden müssen, hätten wir das rechtzeitig in die Arbeiten einplanen können.“
Nur die Altstadt eignet sich
BMU-Geschäftsführer Michael Becker hatte den Stadtverordneten den Endbericht vorgestellt. 4556 beheizte Gebäude identifizierte seine Untersuchung im Stadtgebiet, in der großen Mehrheit Einfamilienhäuser und am häufigsten zwischen 1961 und 1980 gebaut. Alle Gebäude teilte der Experte in 336 sogenannte Baublöcke ein, also Ansammlungen von mindestens fünf Häusern, die von allen Seiten erschlossen sind. Was die aktuelle Versorgung mit Wärme in Bergneustadt angeht, liegen fossile Energieträger mit weitem Abstand an der Spitze – 75 Prozent der Wärme stammt aus Gas, weitere 14 Prozent werden aus Heizöl erzeugt.
Was mögliche Wärmenetze angeht, bescheinigt der Bericht der Stadt allerdings ein ganz grundsätzliches Problem: Dort, wo es genügend Verbraucher gäbe, also vor allem in dicht bebauten Teilen der Innenstadt, gibt es kaum Potenzial, die Wärme in der Nähe zu erzeugen. Und umgekehrt: In den Außenorten wäre der Platz da, es gibt dort nur eben kaum Abnehmer. Einzig die Bergneustädter Altstadt eigne sich technisch für die zentrale Wärmeversorgung. „Wirtschaftlich wäre es aber auch dort nicht umsetzbar“, sagte Becker. Diese Einschätzung könne sich durch neue Technik in der Zukunft aber ändern.
Die Untersuchung hat allerdings auch ergeben, dass der Bergneustädter Wärmebedarf – wenn denn alle Gebäude auf einen energetisch modernen Stand gebracht würden – seinen Wärmeverbrauch um bis zu 38 Prozent senken könnte.

