Die Idee von privaten Zwischenpuffern, die bei Starkregen das Wasser verzögert an die Dörspe abgeben, fand in Bergneustadt keine Mehrheit.
StadtratBergneustadts Grüne scheitern mit Zisternenpflicht für Häuslebauer in Wiedenest

Bei starkem Regen wird die für Wiedenest-Süd geplante Entwässerung an ihre Grenzen stoßen, meinen die Grünen im Bergneustädter Stadtrat – und schlagen private Zisternen als zusätzliche Puffer vor.
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Die Grünen im Stadtrat bleiben skeptisch, was das Neubaugebiet „Wiedenest-Süd“ angeht – vor allem dessen Entwässerung. Schon im Januar hatten sich Birgit Gauer und Roland Wernicke der Stimme enthalten, als der Stadtrat grünes Licht für die neue Siedlung gab. Nur halb im Spaß hatte Wernicke damals gewarnt, wenn die Versiegelung so komme wie geplant, sollten sich die Anlieger abwärts der Dörspe bei Starkregen künftig unbedingt die Gummistiefel bereitstellen. Die Mehrheit sah das im Januar anders.
Grüne fordern zusätzliche Puffer für das Neubaugebiet
Zur jüngsten Stadtratssitzung hatte Wernicke nun einen Antrag formuliert, der das aus seiner Sicht weiter drohende Problem mit dem Wasser entschärfen soll. Die Idee: Die Stadt solle die künftigen Hauseigentümer in Wiedenest-Süd über die Entwässerungssatzung dazu verpflichten, auf ihren Grundstücken Zisternen zu errichten.
Diese Behälter könnten dann, so erklärte es Wernicke im Rat, als Puffer dienen und das Wasser nach kräftigem Regen erst mit und mit an die Dörspe abgeben. Die beiden von der Stadt ohnehin vorgesehenen öffentlichen Zwischenspeicher mit 90 bzw. 160 Kubikmetern Kapazität reichten allenfalls aus, um den engeren Bereich des ehemaligen Bahngeländes zu entwässern, argumentierte Wernicke.
Bergneustädter Grüne rechnen mit bis zu 10.000 Euro pro Zisterne
Die Pflicht zur Regenwasserrückhaltung würde die Bauherren natürlich finanziell belasten, räumte der Grüne selbst ein und bezifferte die Kosten auf zwischen 8000 und 10.000 Euro pro Behälter. Die anderen Fraktionen signalisierten jedenfalls, dass sie sich mit einer Pflicht schwertun würden. Deshalb formulierten die Grünen ihren Antrag dahingehend um, die Stadt möge den Zisternenbau zumindest empfehlen und fördern.
Das würde den Bau und den Betrieb der Zisterne deutlich wirtschaftlicher machen.
Denn: Möglich wäre ja eine Regelung, die den Neu-Wiedenestern die Nutzung des Zisternenwassers im und außerhalb des Hauses gestatte. Wenn die Stadt dafür keine Schmutzwassergebühr erheben würde, könnte sich die Zisterne für den Bauherren in acht bis zehn Jahren lohnen. „Das würde den Bau und den Betrieb der Zisterne deutlich wirtschaftlicher machen“, betonte Roland Wernicke.
Doch auch daran gab es Kritik: Christoph Stenschke (CDU) gab zu bedenken, dass bei diesem Modell alle Bergneustädter über die Gebühren mitbezahlen würden. Am Ende landete der Antrag im Bauausschuss, der sich damit erneut befassen soll.

