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SommerwetterBergneustädter Rat vertagt neuen Hitzeschutzplan

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Kinder rennen an einer Tafel vorbei mit der Aufschrift "Hitzefrei".

Wenn die Sonne den Klassenraum aufheizt, macht das Lernen niemandem mehr Spaß. 

Die SPD will „Coole Schulen“. Die Mehrheit des Bergneustädter Stadtrats hält den Klimaplan für die Schulgebäude aber nicht für entscheidungsreif.

Für die städtischen Schulgebäude wird es keinen sogenannten Klimaplan geben, zumindest vorerst nicht. Der Bergneustädter Stadtrat hat den Antrag der SPD-Fraktion auf Aufstellung eines Aktionsplans mit dem Titel „Coole Schulen“ mit großer Mehrheit in den Bauausschuss verwiesen. 23 Stadtverordnete stimmten dafür, sechs dagegen und zwei enthielten sich.

Nach Ansicht der SPD hätte ein solcher Klimaplan mehrere Maßnahmen umfasst, um in heißen Sommern die Raumtemperatur in den Klassenräumen zu senken. Die Verwaltung sollte zum Beispiel, so formulierte es der Antrag, dem Stadtrat einen Plan zur Beschaffung von Klimaanlagen zur Kühlung von Klassenräumen vorlegen, aber auch bauliche Veränderungen an den Schulgebäuden prüfen.

30 Grad in den Bergneustädter Klassenzimmern

„Der Hitzeschutz wird zur Daueraufgabe des Staates werden – allen voran in Schulen, Kitas und Seniorenheimen“, war SPD-Fraktionschef Daniel Grütz in der Debatte überzeugt und erinnerte an die Hitze im Juni. Bei Innentemperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sei der Unterricht etwa am Wüllenweber-Gymnasium höchst schwierig gewesen. „Aber Hitzefrei kann ja kein Dauerzustand sein.“ Zugleich betonte Grütz, dass „wir sicher nicht jeden Klassenraum kühlen können“, regte aber an, Klimageräte im Idealfall mit Strom zu betreiben, den auf oder an Schulgebäuden installierte Photovoltaikanlagen produzieren – auch die Bewertung dieser Machbarkeit stehe ja noch aus, sagte Grütz. Sein Fraktionskollege Holger Ehrhardt berichtete von Sofortmaßnahmen, die Städte wie Stuttgart nach den Erfahrungen im Juni auf den Weg gebracht hätten.

Gegenwind kam vor allem von der AfD: Deren Fraktionschef Wolfgang Lenz nannte das Papier einen „Antrag zur falschen Zeit“. Denn solange die Stadt in der Haushaltssicherung stecke, mache es keinen Sinn, die Verwaltung einen Zeitplan für Klimageräte ausarbeiten zu lassen. „Dafür haben wir im Moment nämlich sowieso kein Geld.“ Stattdessen, so Lenz, solle man Förderprogramme abwarten. Sven Oliver Rüsche (UWG) kritisierte den SPD-Plan als „Aktionismus“. Torsten Jäger (CDU/FDP) betonte: „So, wie der Antrag aktuell formuliert ist, zahlen wir selbst, wenn wir ihn beschließen.“

Im Gespräch mit dieser Zeitung stellt Bürgermeister Matthias Thul klar, dass die Stadt beim Hitzeschutz durchaus schon aktiv sei, nämlich über das zusammen mit dem Kreis erarbeitete Klimawandelanpassungskonzept und den dort festgehaltenen Maßnahmenkatalog. Um der Politik einen Überblick zu geben, welche Schritte bereits konkret vorbereitet werden, sei der Bauausschuss des Stadtrates sicher das geeignete Gremium. Dort könne man zudem diskutieren, was technisch machbar ist, und im Fall der Schulen auch die Wünsche der Leiter konkret abfragen.

Die große Mehrheit der Stadtverordneten sah es genauso und stimmte für den Verweis in den Ausschuss, wo das Thema im Herbst wieder auftauchen dürfte.

VEEDEL-Diskussion

30 Grad im Klassenraum und der Rat vertagt: Lässt Bergneustadt seine Schüler im Stich?

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