Abo

„Mozaik-Melodie“Melisa Elgün hat in Bergneustadt Premiere gefeiert

2 min

Als Jugendliche machte Melisa Elgün in Gummersbach erste musikalische Schritte. So war die Premiere ihres Klangpuzzles ein Heimspiel, das von Freunden und Familie begleitet wurde.

Bergneustadt – Das Kunsterlebnis im Bergneustädter Schauspiel-Haus könnte nicht unmittelbarer sein. Die kleine Bühne lässt keinen Schnickschnack zu, die Künstler können sich nicht hinter großen Requisiten verstecken. Das macht vor allem Konzerte sehr intim, lässt Einblicke in die Seele des Künstlers zu, dessen Mimik und Gestik die Zuhörer genau beobachten können.

Und so sahen die Besucher des Konzerts von Melisa Elgün am Samstagabend eine Pianistin, die durchaus zu Beginn des Konzertes ein bisschen aufgeregt war, denn ihr Programm „Mozaik-Melodie“ hatte in Bergneustadt Premiere. Sie sahen aber auch eine Musikerin und Sängerin, die in ihren Kompositionen versinken kann, die Geschichten erzählt und unbeschwert ihre deutsch-türkischen Wurzeln nutzt, um Klänge beider Kulturen mit Jazz und Klassik zu einem harmonischen Ganzen zu verschmelzen.

In Gummersbach machte sie als Jugendliche erste musikalische Schritte, mit Axel Krieger, dem Leiter des Schauspiel-Hauses, ist ihre Familie lange befreundet. Insofern war die Premiere des spannenden Klangpuzzles ein Heimspiel im Beisein von Freunden und Familie.

Nach Istanbul gereist

Die Zuhörer wurden mitgenommen auf eine Reise nach Istanbul, in den beschaulichen Stadtteil Üsküdar. „Es gibt ein türkisches Volkslied über Üsküdar, das ich oft gesungen habe und dem ich jetzt etwas modernere Harmonien und einen deutschen Text gegeben habe. Die vier Strophen sind wie vier Postkarten aus der Türkei an Freunde“, erläuterte Melisa Elgün, bevor sie mit ihrem Text Sehnsucht nach Sonne und einer Pause im Café weckte.

Musikalisch schimpfte sie dann, zunächst wütend, über eine zerbrochene Beziehung – und kam zu einem versöhnlichem Ende, das dem Chanson eine augenzwinkernde Wendung verlieh.

harmonischer Schlusspunkt

Der Titel des Instrumentalstückes „Chilled“ umschreibt sehr gut die Gesamtheit der Kompositionen der 36-Jährigen. Das jazzige „Crystal Clear“ gab sich entspannt-lässig, der Schlusspunkt des Konzertes „Invisible light“ gehörte zwar zum elektronischen Teil des Abends, war aber ebenso harmonisch, wie die anderen Stücke.

„Für mich durchzieht die Liebe unser Leben wie ein unsichtbares Licht. Jeder darf und soll daran teilhaben“, so Melisa Elgün, bevor sie sich mit einer Zugabe von ihrem Publikum verabschiedete, um im Bistro noch ein wenig mit den Konzertbesuchern zu plaudern.