DelegiertenversammlungNachwuchssorgen beim Oberbergischen Schützenbund – Ein neues Mitglied

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Mehrere Männer in Schützenuniform stehen in einer Reihe. In den Händen halten sie Pokale.

Ausgezeichnet wurden unter anderem die Pokalsieger im Bundesschießen aus dem vergangenen Jahr.

Die Delegierten des Oberbergischen Schützenbundes haben am Samstag in der Schützenhalle Drolshagen getagt. 

24 der bis dato 32 Mitgliedsvereine des Oberbergischen Schützenbundes (OSB) hatten sich am Samstag in der Schützenhalle von St. Clemens in Drolshagen (Kreis Olpe) zu ihrer Delegiertenversammlung eingefunden. Am Abend gehörten dem OSB schließlich 33 Vereine an, nachdem die Anwesenden einstimmig für Aufnahme des Schützenvereins Hückeswagen in den Schützenbund gestimmt hatten. Ausgerichtet wurde die Versammlung vom Schützenverein St. Hubertus Wegeringhausen.

Im Alter von 92 Jahren nahm Eduard Feld als ältester Schützenbruder an der Versammlung teil. Nachdem der Verbandsvorsitzende Klaus Büser ihn, die anderen Anwesenden der Vereine sowie zahlreiche Ehrengäste aus der Politik begrüßt hatte, darunter unter anderem Prof. Dr. Friedrich Wilke, erster stellvertretender oberbergischer Landrat, Theo Melcher, Landrat des Kreises Olpe, den CDU-Landtagsabgeordneten Bodo Löttgen und den CDU-Bundestagsabgeordneten des Kreises Olpe, Florian Müller, stellte er sich die Frage: „Wird der Schützenbund jetzt etwa politisch?“

Ein Mann in grüner Schützenuniform steht mit Mikrofon in der Hand an einem Rednerpult.

Verbandsvorsitzender Klaus Büser führte durch die Delegiertenversammlung.

Mehrfach wurde der Einfluss der Politik auf das Schützenwesen angesprochen. So waren beispielsweise die verschärften Waffengesetze, das Bleiverbot und die Größenfestlegung des Schützenvogels Thema, ebenso wie die damit verbundenen Herausforderungen für die Schützen und die Aufrechterhaltung des Schießsports. Dazu kämen laut Büser explodierende Kosten bei den Zeltmieten. „Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass Schützenfeste ausfallen.“

Appell an die Vorsitzenden der oberbergischen Schützenvereine

Eine weitere Sorge, die die oberbergischen Schützen nicht erst seit dem vergangenen Jahr plagt, ist der fehlende Nachwuchs in den Vereinen: „Es ist ein schleichender Prozess, der durch Corona umso deutlicher geworden ist. Unsere Vereine haben zuletzt zwischen fünf und 15 Prozent ihrer Mitglieder verloren“, berichtete Klaus Büser und appellierte: „Bitte verschließt nicht die Augen vor den Tatsachen. Die Vorstände müssen den Handlungsbedarf erkennen. Es ist eine Herkulesaufgabe.“

Gelobt wurde in diesem Zusammenhang dagegen das große Engagement der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Loope in der Jugendarbeit. So war in Loope zuletzt ein Jugendaktionstag durchgeführt worden. Und es waren ebenfalls die Looper, die 2022 mit fünf Neumitgliedern unter 18 Jahren die meisten geworben hatten, gefolgt von Eckenhagen (vier).

Aktuell bereitet sich der Oberbergische Schützenbund auf sein 100-jähriges Jubiläum vor, dass im kommenden Jahr gefeiert wird. Dazu werde es eine auf 1000 Seiten abgebildete Verbandschronik geben. In über 11 000 Stunden Recherche wurden historische Texte und Fotos zusammengetragen.

Wieder attraktiver soll der Schießsport werden, lautet ein Ziel des OSB. Dazu wurde ein neuer Pokalwettbewerb ins Leben gerufen. Der Gewinner erhält 150 Euro. Das Geld soll ein Anreiz sein und jugendliche Schützen animieren, am Schießsport teilzunehmen. Für die Jugend findet am 6. Mai außerdem wieder ein Fußballturnier in der Turnhalle in Eckenhagen statt.


Pokalsieger, Geehrte und Spenden

Sieger Bundesschießen: 1. SV Windhagen (Wanderpokal KK Seniorenklasse, Wanderpokal LG Aufl. Seniorenklasse, Wanderpokal LP offene Klasse, Kombi-Pokal LG/KK Seniorenklasse); 2. SV Kaltenbach-Bellingroth (Wanderpokal LG Aufl. Altersklasse, Kombi-Pokal LG/KK Altersklasse); 3. SV Lindlar (Wanderpokal KK Altersklasse); 4. SV Waldbruch (Wanderpokal KK Altersklasse); 5. SV Sinspert (Wanderpokal LG Aufl. Damenklasse).

Willi Stoffel Pokal: Silvia Richter (Mühle-Niederseßmar).

Kreiskönig: Peter Möthe (Mühle-Niederseßmar).

Kreisprinz: Jonas Riepert (Gimborn).

Mehrere Frauen und Männer in Schützenkleidung stehen mit Urkunden und Wimpeln in der Hand nebeneinander.

Ausgezeichnet wurden auch verdiente Mitglieder in Vorstandspositionen sowie die Vereine, die in diesem Jahr ein Jubiläum feiern.

Geehrte: Die Präsidentennadel erhielten: Margrit Braun (Schmitzhöhe), Anja Linke (Loope), Ines Wölky (Marienheide) und Susanne Hornbruch (Schießverein Bernberg). Das Ehrenwappen wurde an den Musikverein Wegeringhausen (100 Jahre), den SV Wegeringhausen (125 Jahre) und den SV Derschlag (100 Jahre) verliehen.

Spenden: 900 Euro kamen bei der Hutsammlung zusammen, der OSB stockte auf 1100 Euro auf. Dazu kam eine Einzelspende in Höhe von 400 Euro. Von den insgesamt 1500 Euro kommen 950 Euro der Kinderklinik Gummersbach und 550 Euro der Ukraine-Hilfe zugute.

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