Hermesdorf – Das Fundament ist bereits gelegt, der Grundstein sitzt und nun soll das Haus – so schnell es eben geht – in die Höhe wachsen: In Hermesdorf hat der Waldbröler Ortsverein der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit dem Bau eines Einsatz- und Ausbildungszentrums begonnen. Es ist das zweite im Oberbergischen Kreis, auch in Hückeswagen gibt es ein solches Zentrum.
„Seit 2016 haben wir gesucht und geporkelt“, sagte Frank Behrendt, Vorsitzender der Ortsgruppe, salopp, bevor er Arbeitsgeräte verteilte an Oberbergs Vize-Landrat Professor Dr. Friedrich Wilke, Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und Torsten Richling, den Chef des DLRG-Kreisverbandes.
Nach einer Übergnagslösung ist nun etwas langfristiges in Sicht
2016 hatten sich Waldbröls Lebensretter neuformiert. 2017 dann schlüpften sie bei den Kollegen des Technischen Hilfswerks an der Käthe-Kollwitz-Straße unter, stellten dort ihr Einsatzfahrzeug und die beiden Boote ab, eröffneten an der Kaiserstraße im Stadtzentrum eine Geschäftsstelle. Für die Ewigkeit gedacht war das aber nicht, zumal beide Standorte weit auseinanderliegen. Umso mehr freute sich Ausbildungsleiter Behrendt, als ihm Sandkastenfreund Jürgen Dehler ein Grundstück anbot für das geplante Einsatz- und Ausbildungszentrum – mitten im gemeinsamen Heimatort Hermesdorf, dem schmucken alten Bahnhof gleich gegenüber und zu einer mehr als fairen Pacht, wie alle Beteiligten betonen. Behrendt: „Wir wollen auch einen Treffpunkt für die Nachbarschaft schaffen und mit dieser schönen Location sagen: Hier sind wir.“ Der Mietvertrag für die Vereinsräume an der Kaiserstraße sei schon gekündigt.
Im kommenden Jahr sol das Zentrum bezugsfertig sein, Hilfe kommt vom Nabu
Bis an der Eisenbahnstraße das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 100 Quadratmetern steht, arbeiten die Lebensretter aber in Baucontainern, um bereit zu sein, wenn ihr Einsatz zum Beispiel an Oberbergs Talsperren oder im Katastrophenschutz gefragt ist. Mit den Strömungsrettern verfügt die Waldbröler Gruppe, die übrigens auch zur Betreibergesellschaft der Badewelt Balneo gehört, über eine echte Spezialeinheit im Rettungswesen. Zuerst errichtet werden die Unterstände für den Einsatzbus und die Boote.
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Die reinen Baukosten für das Zentrum beziffert der Vorsitzende Behrendt auf gut 150 000 Euro. „Wir bemühen uns, alle anderen Arbeiten in Eigenregie zu erledigen.“ Hilfe kommt von der Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu): Sie will das etwa 800 Quadratmeter große Grundstück mit Gehölzen säumen, die Vögeln Schutz und Nahrung bieten. „Schlehe zum Beispiel, Roter und Schwarzer Holunder, vielleicht auch Weißdorn“, zählt Nabu-Mitglied Klaus Unger auf. Und Behrendt kann sich vorstellen, dass sich die DLRG eine Photovoltaik-Anlage aufs Dach setzt und eine Ladesäule für E-Bikes vor die Haustür stellt. Im kommenden Jahr soll das Zentrum bezugsfertig und offen sein für Erste-Hilfe-Kurse sowie für Kurse und Schulungen aller Art. „Andere DLRG-Gruppen aus dem Kreis können unser Haus natürlich ebenfalls nutzen.“ In der Marktstadt hat die DLRG zurzeit rund 130 Mitglieder, in ganz Oberberg sind es etwa 2800.

