Elfjähriges Mädchen vergewaltigtPädophiler aus Nümbrecht muss ins Gefängnis

Der Eingang des Landgerichtes in Bonn. (Archivfoto)
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Bonn/Nümbrecht – „Was Schlimmeres kann man sich kaum vorstellen: Ein elfjähriges Mädchen zu vergewaltigen und das auch noch mehrfach an einem Tag.“ Wolfgang Schmitz-Justen, Vorsitzender der Jugendschutzkammer des Bonner Landgerichts, wurde im Urteil nicht müde, an diese gewalttätige, kinderverachtende Szene zu erinnern. „Und das Allerschlimmste“, so der Richter weiter: „Dieses Mädchen war zu Gast in seinem Haus, war die Freundin der Tochter seiner Lebensgefährtin, war auf seinen Schutz angewiesen. Doch er nutzt die Gelegenheiten, seine pädophilen Neigungen auszuleben.“
Zu fünfeinhalb Jahren Haft haben die Bonner Richter den 29-Jährigen aus Nümbrecht verurteilt – wegen drei Vergewaltigungen sowie drei Fällen von sexuellem Missbrauch an Kindern.
Die ersten sexuellen Übergriffe geschahen 2011. Das erste Opfer war die Tochter seiner Lebensgefährtin, die damals sechsjährige Carlotta (alle Kindernamen geändert). Wegen eines Raubüberfalls auf eine Elfjährige kam der Mann 2012 für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis, angeblich hatte er nur ihr Handy gewollt.
Bereits im offenen Vollzug versuchte er es erneut – „wie bodenlos dreist“, so Schmitz-Justen – mit der Tochter Carlotta. Da war sie neun Jahre alt – und wehrte ihn ab.
Im Januar 2015 schließlich wurde der Angeklagte aus der Haft entlassen und kehrte zurück an den Ort seiner ersten Missbrauchstaten, die damals – Carlotta hatte geschwiegen – noch unentdeckt waren. Diesmal vergewaltigte er Mona, die elfjährige Freundin von Carlotta. Im Juli 2015 brach Mona schließlich ihr Schweigen, erzählte es ihrer Freundin. Carlotta, die jetzt auch den Missbrauch an sich offenbarte, ging umgehend zur Mutter und diese zur Polizei.
Der Angeklagte weiß seit vielen Jahren um seine kranken Fantasien und hatte sie auch detailliert vor Gericht geschildert. „Einen Sexualstraftäter, der so klar über sein Problem sprechen kann, haben wir noch nie erlebt“, so Schmitz-Justen. So hatte der 29-Jährige von dem furchtbaren Zwang berichtet, dem er sich nicht entziehen konnte. „Ich wusste, das ist schlimm, was ich den Kindern antue, und konnte es nicht stoppen.“ Seine ungewöhnliche Einsicht und auch das Geständnis haben die Strafe für den 29-Jährigen ordentlich reduziert.
„Die Folgen für die Kinder sind noch unabsehbar“, so Schmitz-Justen. „Im Moment scheinen sie es noch gut weggesteckt zu haben. Ob es ihr Leben kaputtmacht, werden wir erst in einigen Jahren erfahren.“
