Unter anderem wegen Hochwassergefahr sollen die Mobilheime weg. Der Oberbergische Kreis und die Gemeinde Engelskirchen halten sich bedeckt.
Hochwassergefahr und illegal?Dem Campingplatz in Engelskirchen-Loope droht die Schließung

Der Campingplatz in Loope ist direkt an der Agger gelegen. Könnte diese Lage am Wasser bald das Aus der Anlage bedeuten?
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Aufregung in der Engelskirchener Ortschaft Loope. „Unser geliebter Campingplatz soll geschlossen werden. Erst durfte Jubiläum gefeiert werden und dann kam die Schließungskeule“, teilt Denise Kurth mit. Sie ist Platzwartin des Campingplatzes, der seit mehr als 60 Jahren direkt an der Agger liegt, und hat am Samstag eine Petition gegen die drohende Schließung ins Leben gerufen. Bis Mittwochmittag sind 463 Unterschriften zusammengekommen. Doch was ist passiert?
Fest steht: Im Hintergrund brodelt es wohl schon länger. Im Rahmen einer Versammlung auf dem Campingplatz im Herbst 2024 soll plötzlich von drohender Schließung die Rede gewesen sein. Denise Kurth berichtet: „Damals hat uns die Betreiberin Gertrud Decker mitgeteilt, dass der Oberbergische Kreis wegen zu großer Hochwassergefahr von einer Schließung des Campingplatzes gesprochen hat.“ Grundlage soll eine Karte sein, die Gebiete im Kreis kennzeichnet, die bei Hochwasser besonders von Überschwemmungen betroffen wären, erinnert sich Kurth. In einem fiktiven Szenario gehe der Kreis bei einem Jahrtausendhochwasser davon aus, dass der Platz an seiner tiefsten Stelle mit 50 Zentimeter hohem Wasser überflutet werden könnte, berichtet sie.
Wurde der Campingplatz in Loope einst illegal errichtet?
Doch neben dem Hochwasser scheint es noch um etwas anderes zu gehen. Denn laut Denise Kurth, die mit der Betreiberin in engem Kontakt steht, soll der Oberbergische Kreis auch geäußert haben, der Campingplatz in Loope sei einst illegal gebaut worden: „Das fällt der Kreisverwaltung nun plötzlich ein – nach mehr als 60 Jahren“, so Kurth.
1962 wurde der Campingplatz in Loope an der Agger gegründet. In den späten 60er-Jahren wurde ein Waschhaus errichtet. Seitdem sei der Platz deutschlandweit in allen offiziellen Landkarten als Campingplatz ausgewiesen, berichtet Kurth. Die Camper haben feste Parzellen. Vor mehr als 20 Jahren übernahm Gertrud Decker den Campingplatz vom Stift Ehreshoven und betreibt ihn seitdem mit Herz und Seele. Sie ist auch Grundstückseigentümerin.
Weder der Oberbergische Kreis noch die Gemeinde Engelskirchen wollten sich am Dienstag zu dem konkreten Fall in Loope, den Gründen für eine Schließung oder dazu, ob eine Baugenehmigung vorliegt, äußern. Beide Behörden verweisen auf das „laufende Verfahren“. Das Kreisbaudezernat äußert sich jedoch zum grundsätzlichen Vorgehen. In einer Stellungnahme – ohne konkret auf Loope einzugehen – heißt es: „Wenn beim Betrieb eines Campingplatzes baurechtliche Verstöße vermutet bzw. angezeigt werden und die betroffene Kommune kein eigenes Bauamt unterhält, prüft das Kreisbauamt den Sachverhalt.“
Oberbergischer Kreis äußert sich nur allgemein und nicht gezielt zu Loope
Dabei gehe es unter anderem um Schutzmaßnahmen, etwa gegen Hochwassergefahren. „Sofern keine akute Gefährdung für Leben und Gesundheit vorliegt, geht es zunächst darum festzustellen, ob der Campingplatz legal betrieben wird. Wenn die Betreiberin oder der Betreiber des Grundstücks die erforderliche Baugenehmigung nicht vorweist oder vorweisen kann, kann dies die Schließung nach sich ziehen“, schreibt der Kreis weiter.
Das Kreisbauamt berate Betreiber zunächst über Möglichkeiten einer nachträglichen Legalisierung. Werde diese jedoch nicht angestrebt, einige sich das Kreisbauamt mit den Campingplatzbetreibern über eine Frist zum Rückbau und zur Kündigung der Pachtverträge, heißt es vonseiten des Kreises weiter. Für Rückbauarbeiten würden in der Regel – nach Absprache mit den Grundstückseigentümern – Fristen von anderthalb Jahren eingeräumt.
Denise Kurth und die anderen Camper in Loope haben beschlossen, dagegen vorzugehen. „Meine siebenjährige Tochter ist auf dem Platz hier groß geworden. Viele Campingplätze wurden über Generationen weitergegeben.“ Eine Begehung durch eine Behörde vor Ort habe sie nicht mitbekommen, wundert sich Kurth, die bereits seit 2021 Platzwartin in Loope ist. Und auch, dass der Kreis und die Gemeinde das Verfahren als „laufend“ bezeichnen, wundert sie. „Für mich hat es sich zuletzt so angehört, als wäre die Schließung bereits beschlossene Sache. Ende Dezember 2027 soll wohl alles vorbei sein“, meint sie geknickt und ergänzt: „Für mich würde eine Welt zusammenbrechen, wenn der Campingplatz in Loope geschlossen werden würde.“
Am Samstag, 25. April, soll auf dem Campingplatz in Loope eine gemeinsame Aktion der Camper stattfinden, bei der sie ins Gespräch kommen wollen. Auch auf Engelskirchens Bürgermeister Lukas Miebach, der am Dienstag noch keine Stellungnahme abgeben wollte und konnte, möchten die Camper zugehen und um Gehör und Unterstützung bitten.
