Noch in diesem Jahr soll der Umbau des Gebäudes in Hardt laut dem Moscheeverein abgeschlossen werden.
Aktuelle UmbauarbeitenDie Engelskirchener Moschee hat nun zwei Minarette

Die auffälligste Neuerung beim Umbau der Moschee sind die zwei neuen Minarette, die auf dem Dach in die Höhe ragen.
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Seit einigen Wochen ist ordentlich Betrieb an der Eyüp-Sultan-Camii-Moschee in der Olpener Straße in Engelskirchen-Hardt. Sie wird aktuell in Teilen umgebaut. Statt zwei kleinen Eingängen soll künftig eine große Eingangstüre dafür sorgen, dass die Gläubigen auch in großer Anzahl schnell in die und aus der Moschee gelangen. Ein neuer Aufzug befördert Menschen mit Beeinträchtigung in die verschiedenen Etagen des Gebäudes, und auch der Bereich rund um die Moschee soll neu gestaltet werden. Die wohl auffälligste bauliche Veränderung spielt sich jedoch auf dem Dach der Moschee ab. Dort haben zwei Minarette – so werden die Türme für den Gebetsruf in der islamischen Religion genannt – ihren Platz gefunden. Sie sind jeweils sechs Meter hoch und ziehen in diesen Tagen viele neugierige Blicke auf sich.
Mit dem Bauprojekt möchten Bekir Kilic und Musa Bektas, erster und zweiter Vorsitzender des Engelskirchener Moscheevereins, ihr Versprechen an dessen Mitglieder einlösen, die Moschee in ihrer Amtszeit attraktiver zu gestalten, sagen die beiden. Ihre aktuelle Amtszeit dauert noch zweieinhalb Jahre, so lange soll der Umbau allerdings nicht mehr dauern. Kilic rechnet eher damit, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Über diese sichtbaren Wahrzeichen des islamischen Glaubens freuen sich Vorbeter Hamza Yesildal, Vereinsvorsitzender Bekir Kilic und der 2. Vorsitzende Musa Bektas (u.r., v.l.).
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Der Umbau der Moschee wurde von der zuständigen Baubehörde des Oberbergischen Kreises genehmigt. In den vergangene zwei Jahren seien zwei Bauanträge dazu eingegangen, heißt es vonseiten des Kreises – darunter war auch der Anbau der zwei Minarette. Für eine zweite und ebenfalls genehmigte Baumaßnahme müssen derweil noch die erforderlichen bautechnischen Nachweise bei der Kreisbaubehörde vorgelegt werden. Darüber sei der Verein als Bauherr bereits informiert worden, heißt es vom Kreis weiter.
Die Zusammenarbeit mit den Behörden sei gut, betonen die Vorsitzenden des Moscheevereins, die sich ihrerseits vor allem um den Dialog mit der Gemeinde bemühen. Durch die Minarette sei die Moschee nun viel mehr als solche zu erkennen. Die Gebetstürme seien zudem ein wichtiges sichtbares Wahrzeichen des islamischen Glaubens, sagt Bektas. In der islamischen Tradition nutzt der Muezzin den Turm. Fünfmal täglich ruft er von dort aus die Muslime zum Gebet. Heute wird dieser Ruf oftmals über Lautsprecher abgespielt. Was in der Türkei ein tägliches Glaubensritual ist, gibt es in Deutschland eher selten.

Vorbeter Hamza Yesildal in der Engelskrichener Moschee.
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Hierzulande sind die Regelungen für Muezzinrufe eng, nur zu bestimmten Zeiten erlaubt und von der Lautstärke stark begrenzt. Immer wieder hat das Thema deutschlandweit für Debatten in der Kommunalpolitik gesorgt – unter anderem in Köln, wo der Ruf an der Ditib-Zentralmoschee in Ehrenfeld aktuell einmal wöchentlich am Freitag erlaubt ist. Täglich zum Gebet wird in Engelskirchen wohl erstmal nicht gerufen. Grundsätzlich möchte Bekir Kilic einen Muezzinruf in der Gemeinde aber nicht ausschließen, beispielsweise an besonders hohen islamischen Feiertagen wie dem Ramadanfest. „Natürlich müsste man aber erst darüber sprechen“, sagt er.
Dass die Moschee in Engelskirchen vor allem durch den neuen großzügigen Eingangsbereich auch etwas geräumiger wird als bisher, sei an eben solchen hohen Feiertagen hilfreich.
Minarette für Engelskirchener Moschee in der Türkei angefertigt
„Dann kommen auch schon mal mehr als 600 Menschen hierher“, erzählt Bektas. Auch beim Freitagsgebet wird es in der Moschee voll. Dazu kommen Kindergruppen, die im eigenen Kindergarten und in der Koranschule regelmäßig nach Engelskirchen kommen.
Die neuen Minarette wurden übrigens in der Türkei angefertigt. Wenn gebetet wird, werden die Bauarbeiten am Gebäude pausiert. Zuletzt wurden neue Kanalleitungen gelegt. Zwischen den Türmen soll demnächst eine vier Meter lange digitale Anzeigetafel angebracht werden, auf der der Name der Moschee zu lesen ist. Darauf können aber auch weitere Anzeigen projiziert werden, beispielsweise Grußworte an Feiertagen. Der gesamte Umbau wird laut den Vereinsvorsitzenden komplett in Eigenleistung durch die Mitglieder finanziert und beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro, berichtet Bektas. „Wir möchten auch noch eine Photovoltaik-Anlage installieren und hoffen, dass es dafür vielleicht Zuschüsse gibt“, ergänzt er. Auf dem Gelände sollen außerdem zwei E-Ladesäulen installiert werden.
Musa Bektas wohnt in Ründeroth und kam über seinen Vater in den Moscheeverein nach Engelskirchen. Er ist seit 50 Jahren Mitglied und erinnert sich noch gut an das erste Gebet im Jahr 2007, als der Bau der Moschee abgeschlossen war. „Das war ein Freitagsgebet und es war richtig voll. Alle haben sich so gefreut.“
Auf die baulichen Veränderungen und die beiden neuen Türme habe man bisher positive Rückmeldungen aus der Gemeinde erhalten. „Wer sich näher dafür interessiert, kann uns gerne vor Ort ansprechen“, sagt Musa Bektas. Der Engelskirchener Verein bietet zudem Schulklassen Einblicke in die Moschee und veranstaltet einmal im Jahr einen Tag der offenen Tür.
Historie der Moschee in Engelskirchen und Ditib
Weil das alte Moschee-Gebäude in Engelskirchen-Hardt baufällig und zu klein geworden war, startete 2003 gleich dahinter der Bau der neuen Moschee. Dieser dauerte vier Jahre. Nachdem der Rohbau schnell fertiggestellt worden war, war es wegen finanziellen Engpässen zu Verzögerungen gekommen. Damals stemmten rund 140 Vereinsmitglieder den gesamten Innenausbau in Eigenleistungen – von Heizung über Strom bis zum Fliesenlegen, berichtete diese Zeitung im Herbst 2007 kurz vor der offiziellen Eröffnung im November.
Anschließend wurde das alte Gebäude abgerissen und der Außenbereich samt Parkplatz fertiggestellt. Minarette waren zum damaligen Zeitpunkt wegen der vorgeschriebenen Gebäudehöhe nicht erlaubt gewesen.
Heute zählt der Engelskirchener Moscheeverein rund 240 Mitglieder. Er gehört der Ditib an, der türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion. Der 1984 in Köln gegründete Verein ist der größte Dachverband von Moscheegemeinden in Deutschland und ist eng an die staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet in Ankara angebunden. Diese entsendet Islamgelehrte aus der Türkei in die rund 900 Ditib-Moscheevereine in Deutschland.
